In Berlin wird der Jugendarrest vom 10. bis 24. September komplett ausgesetzt. Für jugendliche Straftäter zwischen 14 und 20 Jahren wird in dieser Zeit der Jugendarrest unterbrochen. Sie führen ihn ab dem 25. September wieder fort. Die in dieser Zeit neu erlassenen Jugendarreste werden erst nach dem 24. September vollzogen. Aktuell gibt es allerdings nur zehn Jugendliche aus Berlin und Brandenburg, gegen die Jugendarrest verhängt wurde.

Die Unterbrechung des Jugendarrestes ist nötig, da das Gebäude am Kirchhainer Damm in Lichtenrade am 22. September zu einem Abschiebegewahrsam für Gefährder werden soll. Die Abschiebehaft für Terrorverdächtige soll unter hohen Sicherheitsauflagen für zunächst zwölf Personen möglich sein.

Jugendarrest bekommt neues Haus

Ab dem 24. September zieht der Jugendarrest dann in ein neues Zuhause. Der neue Standort befindet sich ebenfalls in Lichtenrade, in der Lützowstraße. Die neue Einrichtung soll mit zunächst 14 Plätzen ihren Betrieb aufnehmen. Laut Sprecher Sebastian Brux sollen zu einem späteren Zeitpunkt rund 40 Jugendliche dort Platz finden.

Jugendarrest wird dann verhängt, wenn die nach einfachen bis mittelschweren Straftaten zu leistenden Sozialstunden nicht erbracht wurden. Jugendarrest wird maximal für vier Wochen verhängt, üblich ist aber oft nur ein Wochenende. Er wird von Justizvollzugsbeamten vollstreckt, nicht von der Polizei. Der Arrest sei als erzieherische Maßnahme“ zu verstehen, nicht als Bestrafung, so Sebastian Brux in einem Telefonat mit der Berliner Zeitung. (mlp)