Das UCI Kinowelt Colosseum in der Schönhauser Allee 123.
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BerlinWenn im Juli die Kinos in Berlin wieder öffnen, bleiben bei einem Traditionshaus die Türen geschlossen: Das Colosseum in Prenzlauer Berg stellt den Betrieb ein, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Sebastian Laboga am Samstag mitteilte. Wegen der Hygiene-Auflagen zum Schutz vor Corona-Infektionen sei ein rentabler Betrieb auf absehbare Zeit nicht mehr möglich. Um die Kosten einzuspielen, müssten durchschnittlich 70 Prozent der Plätze belegt sein. Dies sei nicht zu erreichen, wenn Besucher 1,50 Meter Abstand voneinander halten sollen.

Nicht nur die Corona-Krise setzt dem Kinobetrieb ein Ende. Der Hauseigentümer habe den Pachtvertrag zum Jahresende gekündigt und wolle auch an einen anderen Kinobetreiber nicht vermieten, teilte Laboga mit. Eine Investorenlösung für die Betriebsgesellschaft komme daher nicht infrage. Die rund 45 Beschäftigten seien freigestellt. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Das Kino war vor rund 100 Jahren gegründet worden. Es gehöre zu den ältesten deutschen Kinos, hieß es. Anfang der 1990er-Jahre hat Filmproduzent Artur Brauner das Gebäude von der Treuhand gekauft und zum Multiplex-Kino umbauen lassen. Die meisten Berliner Kinos öffnen am 2. Juli nach gut drei Monaten Corona-Pause wieder.