Acht Monate nach tödlichen Messerstichen auf eine Künstlerin in Berlin-Kreuzberg ist ein damaliger Hauptstadt-Besucher zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der 56-Jährige habe im Streit auf die 41 Jahre alte Frau eingestochen und sich des Totschlags schuldig gemacht, begründete das Landgericht am Montag. Es sei eine „absolut spontane Tat“ unter Einfluss von Alkohol gewesen. Der IT-Manager aus Belgien hatte gestanden und erklärt, er könne sich „selbst nicht vergeben, dass es dazu gekommen ist“.

Opfer und Täter lernten sich ein einer Bar

Die Künstlerin und der Angeklagte hätten sich nur Stunden vor der Tat in einer Bar kennengelernt. Nach einvernehmlichem Sex in der Wohnung der Frau sei es zu einer Auseinandersetzung gekommen - „ausgelöst möglicherweise durch Rotwein, den der Angeklagte verschüttet hatte“, hieß es weiter im Urteil.

Viermal auf 41-jährige Künstlerin eingestochen

Es war gegen 21 Uhr, als es am 17. März 2017 zu einem heftigen Streit der Angetrunkenen kam. Nachbarn hätten ein Poltern vernommen, sagte der Vorsitzende Richter. Möglicherweise habe der Angeklagte sein Klappmesser gezogen, um zu drohen. „Es wurde um das Messer gerangelt und gekämpft.“ Die Künstlerin habe den Angeklagten dann am Rücken verletzt. „Er griff ihr in das Messer, konnte es an sich bringen und stach vier Mal auf die Frau ein.“

Zunächst floh der Täter

Die Mutter eines minderjährigen Sohnes starb noch in der Wohnung. Der IT-Manager, der nach einem Gutachten alkoholabhängig ist, war zunächst geflohen. Drei Tage nach dem Geschehen hatte er sich in seinem Heimatland der Polizei gestellt.

Teil der Strafe soll der Täter in einer Entziehungsanstalt verbringen

Die Richter schlossen eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit des 56-Jährigen bei der Tat nicht aus. Im Urteil ordneten sie an, dass der Mann nach Verbüßung eines Teils der Strafe wegen seiner Sucht in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden soll. Der Ankläger hatte acht Jahre Haft verlangt, der Verteidiger eine mildere Strafe.

(dpa)