Berlin - Barbara C. saß am 3. März dieses Jahres, einem Sonntag, zur Mittagsstunde in ihrer Wohnung in der Pfalzburger Straße in Wilmersdorf am Computer, als der Strom ausfiel. Dann stellte sie fest, dass im Bad Wasser von der Decke strömte. Als der Nachbar über ihr nicht öffnete, schloss sie zusammen mit anderen Nachbarn den Hauptwasserhahn des Hauses. So war es zwei Tage später eine Putzfrau, die den Nachbarn in der Wohnung über Barbara C. fand: Er lag tot in der Badewanne. Erstochen und verblutet. Offenbar hatten die Täter das Wasser laufen lassen, um Spuren zu verwischen.

Vielfach vorbestrafte Angeklagte

Am Donnerstag begann vor dem Berliner Landgericht der Prozess gegen Marek F. (29) und Metin M. (33), beide wegen Erpressung und Raubes vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, den Besitzer der Diskothek First an der Lietzenburger Straße in Charlottenburg, ermordet zu haben. Das Opfer – Jochen Strecker (59), bekannt als „Promi-Wirt“, bei dem Gäste wie George Michael, Robert De Niro oder Brigitte Nielsen verkehrten – habe M., den er kannte, hereingelassen. Dieser habe ihm mit einem Messer viermal in den Oberkörper gestochen.

Dann habe M. seinen Komplizen benachrichtigt, der vor der Tür wartete. Als dieser feststellte, dass Strecker noch lebte, habe er ihm mit einem Messer viermal in den Hals gestochen. Dann habe das Duo eine EC-Karte und eine – wie sich später herausstellte – gefälschte Cartier-Armbanduhr eingesteckt. Zwei Wochen später nahm die Polizei die Männer fest. Man war ihnen bei der Überprüfung der Funkzelle in der Pfalzburger Straße auf die Spur gekommen.

Vor Gericht wies Marek F. jede Schuld von sich. Der Betreiber eines Escortservice für Schwule belastete dagegen den Mitangeklagten. Metin M., mit dem er seit einer gemeinsamen Zeit im Knast in Tegel befreundet sei, habe angedeutet, dass er Strecker getötet habe. „Er hat gesagt, er könne das nicht erklären, und es sei auch nicht geplant gewesen“, heißt es in seiner Erklärung. Dass sein Handy am Tatort geortet worden sei, liege daran, dass er abgelegte Mobiltelefone in einem Schrank aufbewahre, zu dem auch M. Zugang habe. Strecker habe er nicht gekannt. M. habe diesen zwar als Freier für den Escortservice ins Gespräch gebracht, dazu sei es aber nie gekommen.

Metin M. schweigt bislang. Der Prozess wird fortgesetzt.