Berlin - Der Preisanstieg bei den Mieten in Berlin hat sich im vergangenen Jahr weiter beschleunigt. Wer im Jahr 2012 eine neue Wohnung suchte, sollte dafür im Schnitt 7,50 Euro pro Quadratmeter ohne Betriebskosten bezahlen – 13,8 Prozent mehr als im Jahr davor. Das geht aus dem Wohnmarktreport 2013 der Wohnungsbaugesellschaft GSW und des Immobilienberatungsunternehmens CBRE hervor, der am Mittwoch präsentiert wurde. Für den Report wurden 65?078 Mietangebote aus den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres ausgewertet.

Zum Vergleich: Von 2010 auf 2011 hatten sich die Mietangebote in Berlin um 7,8 Prozent verteuert. In den ersten neun Monaten 2012 hat sich der Anstieg auf fast das Doppelte beschleunigt. Am stärksten stiegen die Mieten in den Innenstadtbezirken Mitte, Neukölln, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg und Steglitz-Zehlendorf.

In Mitte beliefen sich die durchschnittlichen Mieten im oberen Marktsegment, den teuersten zehn Prozent der Wohnungen, auf 16,33 Euro pro Quadratmeter. Auffällig: In Neukölln stiegen die Mieten im oberen Preissegment um überdurchschnittliche 46,8 Prozent, in Friedrichshain-Kreuzberg um 26,5 Prozent.

Zu wenig Neubauten

Wohnungen in Berlin werden immer knapper, was ein Grund für steigende Mieten ist. Während die Einwohnerzahl wächst, hält die Neubautätigkeit nicht damit Schritt. Die Wohnungsknappheit führt wiederum dazu, dass auch weniger umgezogen wird. Da gerade günstige Wohnungen mit alten Verträgen länger gehalten werden, kommen eher die teureren auf den Markt. So werden die Preise weiter nach oben getrieben. Verschärfend kommt hinzu, dass die neu errichteten Wohnungen den Mietwohnungsmarkt kaum entlasten, da überwiegend Eigentumswohnungen entstehen.

Stark gestiegen sind auch die Preise für Eigentumswohnungen. Sie verteuerten sich im Schnitt um 19,9 Prozent. „Berliner Mieter finden trotz der Preissteigerungen weiterhin günstigen Wohnraum“, sagte GSW-Chef Jörg Schwagenscheidt. Allerdings vor allem in den Außenbezirken wie Marzahn-Hellersdorf und Spandau, wo die durchschnittlich angebotenen Mieten unter sechs Euro je Quadratmeter liegen.

Der Berliner Mieterverein bekräftigte am Mittwoch seine Forderung nach einer Begrenzung der Neuvertragsmieten. Diese dürften nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Am Freitag soll im Bundesrat über eine Begrenzung der Neuvertragsmieten abgestimmt werden. Der Mieterverein kritisiert, dass sich das Land Berlin nach einer Intervention der CDU bei der Abstimmung enthalten wolle.