Berliner Mieter in Sorge: Haus in Kreuzberg am Mehringdamm für 7,1 Millionen Euro versteigert

Und wieder müssen Mieter zittern. Das Gebäude am Mehringdamm 67 in Kreuzberg ist am Mittwoch nach Angaben aus Teilnehmerkreisen für das Höchstgebot von 7,1 Millionen Euro versteigert worden. Der Preis liegt deutlich über dem zuvor auf fünf Millionen Euro bezifferten Verkehrswert. Den Zuschlag bekam eine private GBR.

Sollte der Verkauf zu diesem Preis Bestand haben, befürchten die Bewohner, dass sie durch steigende Mieten aus ihren Wohnungen verdrängt werden. Denn aus den jetzigen Mieten könnte der hohe Kaufpreis kaum bezahlt werden.

„Keine Spekulation im Milieuschutz! Bezahlbaren Wohnraum schützen!“, „Wohnraum ist keine Ware“ und „Spekulanten raus“ stand auf Plakaten, mit denen die Mieter am Mittwochmorgen gegen die Versteigerung protestierten.

Wohnhaus liegt in einem Milieuschutzgebiet

„Unsere Hoffnungen liegen jetzt auf dem Bezirk“, sagte ein Mieter nach der Versteigerung. Weil das Wohnhaus in einem Milieuschutzgebiet liegt, hat der Bezirk ein Vorkaufsrecht. Danach hat er zwei Monate Zeit, um in den Kaufvertrag einzutreten, wenn zu befürchten ist, dass die Ziele des Milieuschutzes ausgehebelt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn Miet- in Eigentumswohnungen umgewandelt werden. Nicht zum Zuge kommt das Vorkaufsrecht, wenn sich der Käufer verpflichtet, die Ziele des Milieuschutzes einzuhalten. Der Bezirk übt sein Vorkaufsrecht in der Regel zugunsten einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft aus.

Bezirksbaustadtrat Florian Schmidt (Grüne) hat bereits angekündigt, die Ausübung des Vorkaufsrechts zu prüfen. Dabei will der Bezirk das Haus aber nicht zu einem spekulativ hohen Preis erwerben lassen. Geplant ist stattdessen, den Erwerb zum limitierten Verkehrswert auszuüben. Ob das möglich ist, will der Bezirk zur Not über eine Musterklage vor Gericht klären.