Berlin - Am nördlichen Ende des Teltower Damms hat sich der Einzelhandel erfolgreich in das kundensichere Gravitationsfeld des nahen S-Bahnhofs Zehlendorf gebettet. Lückenlos reihen sich dort die Läden aneinander. Kein Leerstand, nicht einmal ein Hinweis auf einen Räumungsverkauf. Im Haus Nummer 23 begrüßt uns Patrick Stottrop auf der Schwelle seines Modegeschäfts, während eine ältere Dame gerade vorsichtig den Verkaufsraum betreten will. Sie hatte eben noch die Angebote auf dem Kleiderständer vor dem Schaufenster begutachtet und will nun wissen, ob sie einen Corona-Test vorweisen müsse, obwohl sie schon zweimal geimpft wurde. „Ja, so ist das“, sagt Stottrop freundlich und dass er dies bedauere. Um Verständnis bittet der Modehändler nicht. „Ich verstehe es ja selbst nicht“, sagt er.

Der 48-Jährige führt zusammen mit seiner Schwester Jessica jenes Geschäft, das ihr Großvater gegründet hatte. Neben der Zehlendorfer Stottrop-Filiale betreiben die beiden noch eine weitere in Lichterfelde. Als wir Patrick Stottrop das erste Mal trafen, hatten sie gerade den Lockdown Nummer eins dieser Pandemie hinter sich. Das war Ende April vorigen Jahres. Sechs Wochen waren die Läden damals geschlossen, die zehn Angestellten in Kurzarbeit. Sie hatten die Hoffnung, die erst im Februar georderte Ware für die Übergangssaison mit nicht allzu hohen Rabatten loszuwerden. Es gab Soforthilfe, doch das beantragte Kurzarbeitergeld stand noch aus. Für einen Kredit gab es wenigstens die Zusage.

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