Berliner Plänterwald: Warum das Eierhäuschen noch bis 2021 eine Baustelle bleibt

Berlin - Es sieht aus wie ein verunglücktes Werk des Verhüllungskünstlers Christo. Das Eierhäuschen im Plänterwald, dicht an der Spree gelegen, ist nicht mehr erkennbar. Hinter Plastikplanen ist es in Teilen abgerissen, seit einigen Wochen ist der Turm verschwunden. Offenbar, weil die Substanz irreparabel marode war. Aber das Gebäude soll 2021 in neuer, alter Pracht wiedereröffnet werden.

Die Gaststätte, 1837 erstmals erwähnt und wohl aus Floßwärterhäuschen und Schifferkneipe entstanden, war mehrmals abgebrannt, neu gebaut und 1990 geschlossen worden. Ihre letzte Form ist rund 130 Jahre alt, auch wenn es danach noch Anbauten gab.

Das Eierhäuschen sollte eigentlich schon 2015 bis 2018 saniert werden. Die landeseigene Immobiliengesellschaft BIM erklärt, was dann geschah: „Ursprünglich war eine denkmalgerechte, nutzungsneutrale Grundsanierung geplant, um den Bestand des stark verfallenen Gebäudes zu sichern. Danach sollte es einem Nutzer zum Ausbau übergeben werden.“

Eierhäuschen im Plänterwald kann am 14. und 15. September besichtigt werden

Dann habe sich die Sachlage jedoch verändert. Die landeseigene Grün Berlin GmbH, die auch für den Spreepark verantwortlich ist, wollte das denkmalgeschützte Haus in eigener Regie nutzen. Damit seien die Anforderungen an die Sanierung gestiegen.

Das bedeutet, dass das Gebäude komplett saniert, innen ausgebaut und erweitert wird. Zeit brauchte es laut BIM auch, die Finanzierung zu klären. Sieben Millionen Euro aus dem Berliner Sondervermögen Siwana sind inzwischen veranschlagt. Ob das allerdings reichen wird, kann die BIM noch nicht Sicherheit sagen.

Die Grün Berlin teilte auf Anfrage mit, dass es eine Innen- und Außengastronomie geben wird sowie Residenzen und Ausstellungsmöglichkeiten für Künstler. Noch in diesem Jahr werde es eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung geben, auf der ein detaillierteres Konzept für das Eierhäuschen fußen soll.

Am 14. und 15. September können die Berliner bei den „Tagen des offenen Spreeparks“ sehen, was hinter den Planen geschieht. Auf einem Bauschild werden sie auch lesen können, warum das Gebäude seinen Namen trägt. Einer der ersten Wirte verkaufte Sonntagsausflüglern hartgekochte Eier aus seiner eigenen Hühnerhaltung. Als das Lokal 1837 erstmals einen massiven Bau erhielt, wurden die Tradition und der Name weitergeführt.