Berliner Polizei bekommt fünf neue Schießstände bekommt

Berlin - Jahrelang sorgten marode Schießstände der Berliner Polizei für teils extreme Engpässe beim Training. Weil ein Großteil der Schießbahnen geschlossen war, bestand sogar vereinzelt die Gefahr, dass Polizisten ihre Erlaubnis zum Tragen einer Waffe zu verlieren, da sie nicht die dafür nötig Trainingsstunden absolvieren konnten.

Die gute Haushaltslage macht es nun möglich, dass fünf neue Einsatztrainingszentren (ETZ) für die Polizei gebaut werden. Für das erste legten Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Montag den Grundstein, es entsteht auf dem Gelände der Polizeiakademie in Ruhleben und kostet den Angaben zufolge 40,4 Millionen Euro. Im ersten Bauabschnitt entsteht eine sogenannte modulare Raumschießanlage. Sie umfasst zwei Schießstände mit jeweils sechs 25-Meter-Schießbahnen inklusive Geschossfang, Regieraum und Schulungsbereichen. Im Dezember dieses Jahres soll die Anlage fertig sein.

Ab Januar können die Polizisten dort üben. Im zweiten Bauabschnitt werden in Ruhleben drei Schießstände saniert und erweitert. Insgesamt wird es an dem Standort nach dem Ende der Bauarbeiten sechs Schießstände mit 27 Bahnen geben.

Insgesamt will das Land fünf neue Einsatztrainingszentren bauen. Die anderen sollen sich in der Kruppstraße in Moabit und der Ruppiner Chaussee in Heiligensee befinden und in bereits bestehende Häuser integriert werden.

Neue Einsatztrainingszentren würden regelmäßiges Schießtraining gewährleisten

Zwei Einsatztrainingszentren werden neu errichtet: an der Cecilienstraße in Biesdorf und an der Gallwitzallee in Lankwitz. Jedes Trainingszentrum verfügt über eine Raumschießanlage, einen Raum für eine Lasersimulationsanlage, Übungswohnungen, Übungstreppenhäuser, Schulungsräume, Trainingsräume sowie einen Außenbereich mit Übungsflächen und Sportplatz.

Innensenator Andreas Geisel erklärte anlässlich der Grundsteinlegung in Ruhleben, als Innensenator sei es seine Pflicht, die Bürger und die vielen Besucher der Stadt vor Kriminalität zu schützen. „Dafür brauchen wir eine bestens ausgebildete Polizei“, so Geisel. Die Ausbildung, die Weiterbildung und ein kontinuierliches Training seien die Basis für diese Verpflichtung. Die neuen Einsatztrainingszentren würden regelmäßiges Schießtraining gewährleisten und erfüllten die Voraussetzungen für ein modernes Einsatztraining.

„Wir freuen uns, dass der Grundstein in Ruhleben nach langem Warten endlich gelegt wurde und wir dadurch in absehbarer Zeit mehr Kapazitäten für das Training unserer Kolleginnen und Kollegen haben“, erklärte Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei.

„Bis die fünf versprochenen Einsatztrainingszentren wirklich stehen, wird die Polizeiführung noch reichlich Überzeugungsarbeit im politischen Raum leisten müssen, um zusätzliche Baugrundstücke sowie die finanziellen Mittel freizuschaufeln. Nach unserer Kenntnis steht zumindest der Standort Ruppiner Chaussee aufgrund der anstehenden Kosten deutlich auf der Kippe.“

Zuletzt konnten nur noch elf der 74 Schießbahnen genutzt werden

Die alten Schießstände waren schon vor Jahren marode und zum Teil asbestbelastet. Zudem funktionierten die Lüftungsanlagen, die die giftigen Pulverdämpfe absaugen sollten, nicht richtig. Zahlreiche Schießtrainer und Angehörige von Spezialeinheiten, die regelmäßig dort trainieren mussten, klagen deshalb über Gesundheitsprobleme. 453 von 785 Polizisten, die einen entsprechenden Antrag stellten, erhielten inzwischen Geld aus einem Entschädigungsfonds.

Wegen des baulichen Zustands musste die Polizeiführung einen Großteil der Schießbahnen schließen. Die rund 17.000 Polizisten konnten von 74 Bahnen zuletzt nur noch elf benutzen.