Berlin - Die Berliner Polizei hat in einem Facebook-Post ordentlich danebengegriffen. In dem Beitrag geht es um das Thema Fahrraddiebstahl. Dazu geben die Autoren Tipps, wie man sich und sein Rad davor schützen und das eigene Fahrrad weniger attraktiv für Diebe machen kann. Ein Tipp lautet: „Nutzen Sie eine so genannte ‚Bahnhofsschlampe‘, also ein reichlich olles Fahrrad, bei dem der Dieb gleich denkt: Das kauft mir niemand mehr ab.“

Dass die Berliner Schnauze gelegentlich etwas derber ist, gehört zu Berlin wie die Currywurst oder ständig verspätete S-Bahnen. Auch die Berliner Polizei macht hier – zum Glück – keine Ausnahme, in keiner anderen Stadt Deutschlands ist man mit Polizisten so schnell beim „Du“ wie hier. Das ist gut, das ist locker, das ist entspannt. Und eine Sprachpolizei braucht niemand. 

Foto: Screenshot Polizei/ Facebook
Der fragwürdige Post der Berliner Polizei.....

Aber der Begriff Bahnhofsschlampe ist nicht locker oder flapsig – er ist einfach nur völlig daneben. Allein schon das Wort Schlampe, das ausschließlich auf Frauen und oft in Anspielung auf deren Kleidung oder Sexualität abzielt, sollte im Jahr 2020 eigentlich nicht mehr zum gängigen Wortschatz gehören. Wenn nun ein altes, klappriges Fahrrad, das am Bahnhof herumsteht, als Bahnhofsschlampe bezeichnet wird, wird hier ein höchst menschenverachtender Vergleich mit einer Prostituierten gezogen, die sich am Bahnhof herumdrückt. 

Der herablassende Vergleich ist schon für sich schlimm genug. Dass er in einer offiziellen Mitteilung der Berliner Polizei verwendet wird, ist ein absolutes No-Go.