Marode Schieß- und desolate Trainingsstätten – sie waren über Jahre Sinnbild für die Ausstattung der Berliner Polizei. Doch dank sprudelnder Steuereinnahmen und Sonderfonds verbessert sich die Situation allmählich. Am Freitag eröffnete die Polizei in der Lankwitzer Gallwitzallee ein neues Einsatztrainingszentrum, das für rund 29 Millionen Euro gebaut wurde. Auf 4000 Quadratmetern können Polizisten dort die Bewältigung von Amokläufen, Geiselnahmen und anderen Bedrohungslagen üben.

In dem L-förmigen Stahlbetonbau befinden sich auf vier Geschossen eine Schießanlage, mehrere Laserschießräume, ein Multifunktionsraum, Lehrsäle, Sport- und Trainingsräume sowie diverse „Sondertrainingsbereiche“. Zu diesen zählt zum Beispiel eine Trainingswohnung. Dort kann etwa das Vorgehen von Polizisten bei Fällen häuslicher Gewalt geübt werden. Die Sondertrainingsbereiche, das sind auch Übungsflächen auf dem Dach und ein Übungstreppenhaus. Die Laserschießstände sind mit Schießkinotechnik ausgestattet. Das heißt: Beamer projizieren Szenen an die Wand, in denen zum Beispiel ein Mann Polizisten angreift und diese ihn mit ihrer Übungswaffe stoppen, was durch eine automatische Treffererkennung erfasst wird.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sprach bei der Einweihung, von einem „bisher für die Polizei einmaligen Gebäude“. In den letzten drei Jahren seien über 64 Millionen Euro für den Bau von Schießstätten und Einsatztrainingszentren zur Verfügung gestellt worden. In dem neuen Gebäude könne die Berliner Polizei auf im Ländervergleich höchstem technischen Niveau trainieren, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik.

Die Gewerkschaft der Polizei erinnerte daran, dass die Spezialeinheiten wie das Mobile Einsatzkommando und das Spezialeinsatzkommando noch immer keine eigenen Trainingsanlagen haben. Wegen der anderen Trainingsanforderungen müssten diese weiter auf externe Anlagen geschickt werden. Das Trainingszentrum in der Ruppiner Chaussee sei aus finanziellen Gründen gestrichen worden.