Berlin - Bei Notfällen oder Bränden in der Berliner U-Bahn hatten Polizisten und Feuerwehrleute des Öfteren Probleme, sich zu verständigen. Denn lange Zeit war das Digitalfunknetz unter der Erde nicht ausreichend ausgebaut. Mit dieser Funkstille ist jetzt Schluss. Wie die Senatsinnenverwaltung am Dienstag mitteilte, sind jetzt alle Bahnhöfe und das Tunnelnetz der BVG für Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr mit Digitalfunk ausgestattet.

Die Berliner Verkehrsbetriebe und die Polizei funken auf zwei getrennten Netzen. Deshalb mussten Polizisten bisher auf den Digitalfunk der BVG zurückgreifen. Allerdings waren nicht alle Handfunkgeräte für das BVG-Netz freigeschaltet. Eine Kommunikation mit Funkwagen oben auf der Straße war ebenfalls nicht möglich, was unter anderem die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Hinblick auf die Bedrohung durch den dschihadistischen Terrorismus, aber auch in Hinblick auf die alltäglichen Einsatzsituationen wiederholt massiv kritisierte. „Deshalb wird es Zeit, dass der Netzausbau jetzt endlich abgeschlossen ist“, sagte GdP-Landesvize Stephan Kelm am Dienstag der Berliner Zeitung.

Probleme beim Netzausbau für den Digitalfunk gab es in den vergangenen Jahren immer wieder. Unter anderem behindern Bauten aus Stahlbeton und bedampfte Fensterscheiben die Kommunikation. Deshalb mussten Tunnel und überirdische Bauten wie etwa der Bundestag und das Olympiastadion mit zusätzlichen Basisstationen für die Objektfunkversorgung ausgestattet werden.

Am Donnerstag wollen Innensenator Andreas Geisel (SPD), Polizeipräsidentin Barbara Slowik und BVG-Chefin Eva Kreienkamp im U-Bahnhof Bundestag das neue Netz offiziell einweihen.