Berliner Polizeibeamte werden im Dienst immer öfter angegriffen – im Durchschnitt werden 18 Taten pro Tag gezählt. Insgesamt 6759 Mal registrierte die Senatsinnenverwaltung Delikte wie Widerstand, Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung. Das sind etwa 500 Taten mehr als im Vorjahr. Allein bei den Körperverletzungsdelikten gab es einen Anstieg um 4,9 Prozent. Das heißt: 1809 Mal wurden Beamte verletzt. Diese Zahlen nannte am Donnerstag die Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der CDU.

Erst in der Nacht zum Donnerstag ereignete sich ein schwerer Angriff. Nur mit einem Sprung zur Seite konnten sich eine Polizistin und ein Polizist in Wedding retten. Sonst wären sie von einem Mikrowellengerät getroffen worden. Gegen 22.30 Uhr war die Polizei zu einer Schlägerei in einer Wohnung in die Kameruner Straße alarmiert worden.

Heftiger Widerstand

Während Polizisten in einer Wohnung in der dritten Etage den Streit schlichteten und die Anzeige aufnahmen, sicherten eine Beamtin und ein Beamter des Abschnitts 35 den Hinterhof. Plötzlich wurde eine Mikrowelle aus einem Fenster im dritten Stock geworfen. Sie schlug etwa einen halben Meter neben ihnen auf. Die Oberkommissarin und der Kommissar wurden nicht verletzt. Wer das Gerät warf, ist unklar. Bereits am Nachmittag waren in Mitte drei Polizisten verletzt worden. Sie nahmen in der Bernhard-Weiß-Straße einen 37-jährigen Fahrraddieb fest. Dieser leistete heftigen Widerstand.

„Es ist längst nicht mehr so, dass Berlins Polizistinnen und Polizisten nur von Extremisten, die Demonstrationen für ihre Angriffe missbrauchen, oder im Einsatz gegen Schwerstkriminelle attackiert werden“, sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei. „Mittlerweile müssen sie bei jedem noch so lapidar erscheinenden Moment damit rechnen, verletzt zu werden.“