Postmitarbeiter stehen während eines Warnstreiks vor dem Briefzentrum der Post. 
Foto: Armin Weigel/dpa

Berlin - Frank-Uwe Leser ist 60 Jahre alt und seit 32 Jahren bei der Post. Er ist verdi-Betriebsgruppenvorsitzender der Paketzusteller in Berlin. „Der Paketmarkt ist durch die stetig ansteigenden Onlinebestellungen in den letzten Jahren stark gewachsen. Durch dieses Wachstum gibt es viel Arbeit für die Paketzusteller. Seit dem Ausbruch der Coronapandemie haben die Paketsendung nochmal zugenommen. Der Job eines Paketzustellers ist schwere körperliche Arbeit. Man muss fit wie ein Turnschuh sein, um der Belastung standzuhalten. Im Schnitt übernimmt ein Zusteller 120 bis hin zu 300 Paketsendungen pro Schicht. Die Paketzusteller haben also viel zu tun. Wie viele Sendungen sie genau bearbeiten müssen, hängt von ihrem Bezirk ab. Bei Bezirken mit überwiegend Geschäftskunden müssen mehr Pakete ausgetragen werden als in Bezirken mit Privatkunden. Auch das Geschäft mit schwergewichtigen Sendungen hat zugenommen, so dass die Zusteller erhebliche Gewichtsmengen zu bewältigen haben. Laut Geschäftsbedingungen der Post liegt dafür das Maximum bei 31,5 Kilogramm. Die Zustellung bei Privatkunden kann strapaziös sein. Oft sind die Kunden nicht zu Hause und die Zusteller müssen beim Nachbarn klingeln oder eine Packstation anfahren, was einen Mehraufwand bedeutet. Gerade in Bezirken mit einem hohen Privatkundenanteil ist der Zeitdruck hoch. Dann kann es sein, dass man in den vierten oder fünften Stock eines Altbauhauses laufen muss und der Kunde nicht anzutreffen ist. Wir fordern mehr Geld, weil das Leben immer teurer wird und wir an den Gewinnen des Unternehmens, die auch durch die Paketzusteller erwirtschaftet werden, beteiligt werden wollen.“ Aufgezeichnet von Tobias Brück.

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