In Berlin kann man wieder ausgehen. 
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Der Senat hat sogenannte Corona-Ampeln eingeführt, um entlang von drei Indikatoren herauszufinden, ob Lockerungen wieder zurückgenommen oder verschoben werden müssen. Ein Wert, der sogenannte Reproduktionswert, hat nun einen kritischen Wert übersprungen, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Sonntagabend mitteilte.

Die aktuelle Reproduktionszahl „R“ beträgt 1,41. Wenn dieser Wert dreimal hintereinander über 1,2 liegt, springt die Corona-Ampel auf Rot. In einer Pressemitteilung hatte es zunächst geheißen, die Ampel stünde bereits auf Rot. Das wurde dann aber von der Verwaltung korrigiert. Die Verwaltung weist darauf hin, dass bei geringen Fallzahlen der ermittelte Wert schwankungsanfällig ist. Der Wert gibt an, wie viele Menschen im Durchschnitt ein Corono-Infizierter ansteckt.

Die für den 30. Mai 2020 vom RKI für Berlin ermittelte Reproduktionszahl wurde nachträglich von 0,36 auf 0,78 korrigiert.

Die beiden anderen Ampeln signalisieren mit einer Neuinfektionszahl von 4,9 pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche und einem Anteil der für Covid-19-Patient benötigten Plätze auf Intensivstationen von 3,3 Prozent  weiterhin Grün.  Wenn die Neuinfektionszahlen pro Woche mehr als 20 je 100.000 Einwohner liegen, dann springt die Ampel auf Gelb, bei mehr als 30 auf Rot. Beim Anteil von Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen liegen die Grenzen bei mehr als 15 Prozent (Gelb) und bei mehr als 25 Prozent (Rot). 

Erst wenn zwei der Ampeln auf gelb stehen, besteht Handlungsbedarf. Der Senat berät dann, ob Lockerungen verschoben oder aufgehoben werden müssen.