Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) 

„Die USA sind der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt für die Produkte der Berliner Industrie. Die Handelspolitik unter dem neuen Präsidenten ist deshalb für uns von zentraler Bedeutung. Eine Abschottung der USA wäre auf beiden Seiten des Atlantiks schädlich.  Die Unternehmen setzen nun darauf, dass Donald Trump schnell ein wirtschaftspolitisches Konzept vorlegen wird. Die deutsche Wirtschaft als ein wichtiger Partner Amerikas braucht Klarheit darüber, wie es konkret weitergehen soll. Verunsicherung über die Zukunft der transatlantischen Beziehungen kann niemand gebrauchen.“

Reinhard Roth, Leiter der John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf mit vielen US-amerikanischen Schülern und Lehrern

„Wir haben die Wahl in unserer Teachers Lounge verfolgt. Die Lehrer waren entsetzt, einige weinten. Es war eine Protestwahl gegen das Establishment in Washington. Viele Menschen sind mit Clinton nicht warm geworden. Einige rechnen jetzt damit, dass an unserer Schule die Wartelisten länger werden, weil mehr  Amerikaner in Berlin bleiben wollen. Und wir sind gespannt, wer der neue Botschafter wird. Die Vertreter der US-Botschaft haben bei uns ein Veto-Recht.“ (mak.)


Thomas Hermanns, Gründer des Quatsch Comedy Clubs

„Es fühlt sich an wie der Beginn einer langen Depression. Als ob etwas gestorben wäre – vielleicht die Vernunft. Und ab jetzt kommt das Zeitalter des Aberglaubens.“

Christiane Sadlo, Schriftstellerin, bekannt für ihre Inga-Lindström-Filme

„Trump hat einfach die bessere Show gemacht in den letzten eineinhalb Jahren. Mit Getöse und Geprahle ließ er sich in gottesdienstähnlichen Veranstaltungen feiern, als einer, der sich nicht beeindrucken lässt vom politischen Establishment, dem so viele Amerikaner längst nicht mehr trauen. Trump hat höchst virtuos auf der Klaviatur ihrer Paranoia gespielt, ihren Rassismus bestätigt, ihre Fremdenfeindlichkeit und ihren Sexismus salonfähig gemacht, ihren Egoismus befeuert. Er gerierte sich pöbelnd und grimassierend als einer von ihnen. Als einer, der vor nichts Respekt hat. Und dennoch ein Gewinner ist. Was Italien Berlusconi war, ist Trump nun den Amerikanern. Denen vermutlich auch der Gedanke,  von einer Frau regiert zu werden, zutiefst zuwider ist.“

Gayle Tufts, Entertainerin mit US-Wurzeln

„Ich bin wirklich schockiert, dass man tatsächlich mit Nationalismus, Rassismus und Sexismus so eine Wahl gewinnen kann. Das ist ein schlimmer Schlag ins Gesicht der Frauen. Trump wurde vor allem von weißen Männern ohne Schulabschluss gewählt. Die wollten auf gar keinen Fall eine Frau im Weißen Haus haben. Das ist ein Rückfall in die Fünfzigerjahre und sendet das schlimme Signal, dass Frauen zurück an den Herd gehören. Und dass sie tun sollen, was der Mann sagt. Dieses Gebilde Demokratie ist unglaublich fragil. Wir dürfen allerdings nicht vergessen, dass es auch noch dieses andere Amerika gibt, das Trump nicht gewählt hat. Jetzt müssen wir überlegen, wie die nächste Wahl zu gewinnen ist.“

Rosa von Praunheim, Regisseur

„Die Wahl von Trump eine Katastrophe. Aber es ist auch die Strafe für unsere Ignoranz den Armen und Arbeitslosen gegenüber, den Menschen ohne Hoffnung, die sich nicht nur in den USA alleingelassen fühlen.  Die AfD jubelt und klagt uns an, die Augen zu verschließen vor den Ängsten des Prekariats, ihren Ängste vor den Fremden, die ihnen scheinbar alles wegnehmen wollen, ihre Sozialunterstützung, ihren Glauben und ihre kleinbürgerlichen Werte. Es wird schwer werden für uns, die so sicher waren, dass sich die Welt zum Guten wendet, zum Offenen, zum Liebevollen. Eine Welt ohne Hass und  Kriege, ohne Homophobie, Unterdrückung und Rassismus. Demokratie ist gefährlich geworden.“