Berlin - Eine andere Signalstörung sorgte auf den Linien S 5, 7 und 75 am Ostkreuz für Verspätungen und Ausfälle. Der Betrieb der S 7 zwischen Wannsee und Griebnitzsee wurde sogar vier Stunden lang eingestellt, weil ein Baum umzustürzen drohte. In Wannsee war der S-Bahnsteig nach Potsdam schon bald überfüllt, weil dort anfangs viele Fahrgäste strandeten. „Es war so voll, dass einige über die Gleise liefen“, berichtete eine Schülerin.

Eine gemischte Bilanz zog der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) für den April. In diesem Monat sei die Pünktlichkeit der S-Bahn auf den bislang niedrigsten Stand des Jahres gesunken, stellte er in seinem jüngsten Qualitätsbericht fest. Im April wurden 92,9 Prozent der Züge als pünktlich gewertet. Sie fuhren auf die Minute genau oder hatten weniger als vier Minuten Verspätung. Im April 2011 waren noch 97,1 Prozent der Züge pünktlich.

Vor allem die vermehrt aufgetretenen Fahrzeugstörungen trugen zu der Verschlechterung bei, so der Verkehrsverbund. Weitere Faktoren waren an einzelnen Tagen das Liegenbleiben eines Zuges auf dem Ring, eine fehlerhafte Einsatzplanung beim Fahrpersonal und eine Signalstörung bei DB Netz.

Immerhin: Zumindest die Zuverlässigkeit der S-Bahn hat wieder zugenommen. Im April fanden 94,4 Prozent der bestellten Fahrten tatsächlich statt. So viele waren es in diesem Jahr noch nie. „Die ungeplanten Ausfälle wurden drastisch reduziert“, lobte der Verbund. Dies liegt vor allem daran, dass die S-Bahn mehr Lokführer ausbildet und die Schichtplanung verbessert hat. Im April 2011 hatten nur 87,7 Prozent der Zugfahrten stattgefunden.