Berlin - Stadtgas prägte ab dem mittleren 19. Jahrhundert die moderne Vorstellung, dass Städte der Nacht widerstehen können. Doch unter dem Druck der effizienteren Elektrizität begann sein Rückzug schon in den 1920ern, auch in Berlin sind die meisten, oft überaus monumentalen Gaswerke längst verschwunden. Jetzt ist auch der legendäre, fast 80 Meter hohe Gasometer in Schöneberg akut bedroht. Jedenfalls nach Ansicht von vielen Anwohnern. Technikhistoriker, Denkmalpfleger und Stadthistoriker sind ebenfalls dieser Meinung.

Der Gasometer ist der letzte zumindest in der Außengestalt noch erhaltene Teleskop-Gasspeicher Berlins und einer der wenigen, die in Europa noch stehen. Zwar wurden die inneren Segmente, die sich einst je nach gespeicherter Gasmenge anhoben, in den 90er-Jahren demontiert und stattdessen ein vergleichsweise niedriger Veranstaltungssaal unter einer Kuppel eingebaut; er wurde kürzlich ebenfalls abgerissen. Die gewaltige, weithin sichtbare Gerüstkonstruktion aber, die einst einen der größten Gasspeicher Europas stützte, steht noch.

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