Berlin - Der Bau des Berliner Schlosses verteuert sich noch mehr als bislang gedacht. Statt der im Oktober vergangenen Jahres zunächst veranschlagten Mehrkosten von rund 33 Millionen Euro verteuert sich das Kulturprojekt tatsächlich um rund 38 Millionen Euro. Das geht aus einem Bericht des Bundesinnenministeriums an den Bundestags-Haushaltsausschuss hervor, der der Berliner Zeitung vorliegt. Die Kosten für das Schloss steigen danach von 644 auf gut 682 Millionen Euro.

Die Mehrkosten ergeben sich dem Bericht zufolge aus einer Verlängerung der Bauarbeiten von August bis Dezember 2020 aufgrund pandemiebedingter Kapazitätseinschränkungen bei Personal, Material und Logistik. Weitere Kosten seien für die Beseitigung eines Brandschadens sowie den Einbau von Sicherheitstechnik im Außenraum, darunter Poller, angefallen. Die Kostensteigerung um 38 Millionen ist die dritte seit der Festsetzung des Budgets auf zunächst 590 Millionen Euro im Jahr 2011.

Die Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch (Linke) übt Kritik. „Es ist der dritte Nachtrag zum Schloss und bestimmt nicht der letzte“, sagt sie. „Die sogenannte Kostenobergrenze ist so durchlässig wie ein Maschendrahtzaun.“ Es werde sicherlich auch nach der Pandemie weitere Nachträge geben, mutmaßt sie. „Doch wenn es um Prestigeobjekte der Bundesregierung geht, spielt Geld offensichtlich keine Rolle“, so Lötzsch.

Gesamtkosten steigen mit Extras auf 703 Millionen Euro

Die Mehrkosten müssen allein vom Bund übernommen werden. Der Anteil Berlins bleibt bei 32 Millionen Euro. Die Baukosten von 682 Millionen Euro sind aber nicht der Endbetrag. In dem offiziellen Budget nicht enthalten sind nämlich Ausgaben in Höhe von 20 Millionen Euro für die sogenannten baulichen Optionen, wozu die vollständige Rekonstruktion der Kuppel und mehrerer Innenportale gehört. Diese 20 Millionen Euro sind allerdings bereits finanziert – sie wurden komplett aus Spenden aufgebracht. Rechnet man die 20 Millionen Euro zu den Baukosten von 683 Millionen Euro hinzu, ergeben sich Gesamtkosten von 703 Millionen Euro. Aus Spenden wurden dabei neben den 20 Millionen Euro für die baulichen Optionen weitere 80 Millionen für die Rekonstruktion der historischen Fassaden aufgebracht.