Berlin - Schulleiterin Rosa Strobl-Zinner sorgt sich um die Sicherheit und Gesundheit der Fünft- und Sechstklässler, die an der Kreuzberger Adolf-Glaßbrenner-Grundschule freiwillig als Schülerlotsen tätig sind. Diese Schülerlotsen, die die jüngeren Schüler sicher über die Straße geleiten, werden nämlich regelmäßig von Eltern in die Enge getrieben, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. „Viele Eltern parken direkt auf dem Bürgersteig, gerne auch in der zweiten Reihe und nebeln die Schülerlotsen mit Abgasen ein“, schildert Strobl-Zinner die Situation vor der Schule in der Hagelberger Straße. Einen Autofahrer habe sie sogar angezeigt, weil er so dicht an die Schülerlotsen heran- gefahren sei.

Gesamtelternvertreterin Swantje Kaposty hat bereits per Rundschreiben die Eltern zu mehr Vorsicht und Besonnenheit aufgerufen. „Ich möchte hiermit eine Lanze für unsere tapferen Schülerlotsen brechen“, schreibt sie in dem Brief. „Jeden Morgen herrscht vor unserer Schule Verkehrschaos.“ Die Autos sollten wenigstens so parken, dass die Schülerlotsen die Straße noch gut einsehen können. Es könne auch nicht sein, dass die Schülerlotsen von Eltern mitunter sogar noch angeschnauzt würden, nur weil diese sie darum bitten, den Weg frei zu machen.

Besonders riskant: Parken vor den Schulen

Für Schulleiterin Strobl-Zinner gibt es mehrere Gründe, warum Eltern ihre Kinder überhaupt mit dem Auto zur Schule bringen. Oft hätten die Kinder getrödelt und man sei einfach so spät dran, dass man das Auto nehmen müsse, um pünktlich zu sein. Oder aber Vater oder Mutter würden ohnehin zur Arbeit fahren. Dabei wohnen die meisten Kinder doch in der Nähe der Schule.

Das Problem der wild parkenden Eltern stellt sich aber nicht nur an der Kreuzberger Schule, sondern vielerorts. Wolfgang Atzler, Geschäftsführer der Unfallkasse Berlin, empfiehlt Eltern, ihre Kinder – wenn möglich – zu Fuß zur Schule gehen zu lassen. „Schüler atmen frische Luft, werden wach und lernen auf diese Art leichter verkehrsangemessenes Verhalten“, sagte Atzler. Die Unfallkasse erhebe Unfälle mit Elternbeteiligung noch nicht. Allerdings berge das eilige Parken unmittelbar vor der Schule ein Risiko. Besonders risikoreich sei es aber auch, das Kind mitten auf der Fahrbahn aussteigen zu lassen.

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und der Verein Fuss e.V. plädieren dafür, dass Schüler zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen sollten.