Die Maskenpflicht soll nach Ferienende ab 10. August für Schüler, Lehrer und andere Beschäftigte in Schulgebäuden gelten.
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BerlinDie Berliner Schülervertretung geht nicht davon aus, dass sich nach Ferienende alle an die Maskenpflicht an Schulen halten. Bei einer Umfrage im Frühjahr habe nur eine knappe Mehrheit der beteiligten Schüler für eine solche Pflicht votiert, sagte der scheidende Vorsitzende des Landesschülerausschusses, Miguel Gongora, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Viele sind nicht für das Thema sensibilisiert, man sieht das ja auch bei den Partys, die jetzt überall stattfinden.“

Aus Gongoras Sicht wäre es besser zu versuchen, die Schüler anders anzusprechen, ihnen die Gefahren durch das Coronavirus zu erklären und sie damit zu überzeugen. Gleichzeitig müssten Schüler, Eltern und Lehrkräfte beim Thema Maske eingebunden und den Schulen mehr Freiraum ermöglicht werden. „Das kann mehr bringen als eine Maskenpflicht, die schwer umzusetzen ist und schwierig für das Schulklima insgesamt sein wird.“

Landeselternausschuss befürwortet Maskenpflicht und sieht keine Probleme

Der Landeselternausschuss hält die geplante Maskenpflicht an Berliner Schulen wegen der Corona-Krise für richtig und erwartet keine großen Umsetzungsprobleme. „An vielen Schulen ist diese Praxis bereits vor den Ferien erprobt worden“, sagte der Vorsitzende der Elternvertretung, Norman Heise, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind ja auch beim Einkaufen oder im öffentlichen Personennahverkehr mit Maske unterwegs. Warum soll das an der Schule nicht funktionieren.“

Sollten Schüler – oder deren Eltern – unwillig sein, plädiert Heise dafür, dass die Schulleitung zunächst das Gespräch sucht und Ursachenforschung betreibt. Sollte das nichts bringen, stehe eine ganze Klaviatur von Ordnungsmaßnahmen bis hin zum Schulausschluss zur Verfügung. Er gehe aber davon aus, dass Probleme eher im Dialog auszuräumen seien.

Im Unterricht selbst sei das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes kaum zumutbar, ergänzte Heise. Daher sei es richtig, dass es hier eine Ausnahme von der Pflicht geben solle.

Grundsätzlich aber könnten Masken den Schutz vor Ansteckung mit dem Corona-Virus erhöhen – an den Schulen als Teil von Hygienekonzepten. Wichtig seien aus seiner Sicht dabei auch regelmäßiges Händewaschen, eine gute Lüftung der Schulräume und zusätzliche Reinigungsintervalle. „Die Probleme, die es da im vergangenen Schuljahr hier und da gab, sind hoffentlich nun abgestellt.“

Maskenpflicht an Schulen gilt ab 10. August

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass Berlin im Kampf gegen das Coronavirus auf eine Maskenpflicht an Schulen setzt. Die Regelung soll nach Ferienende ab 10. August für Schüler, Lehrer und andere Beschäftigte in Schulgebäuden gelten. Sie müssen einen Mund-Nasen-Schutz zum Beispiel auf Fluren, in Aufenthalts- und Gemeinschaftsräumen oder der Toilette tragen. In Unterrichtsräumen, auf dem Pausenhof oder im Hort soll diese Verpflichtung nicht gelten.