Passanten gehen vor einer elektronischen Werbetafel, auf der eine Illustration des Coronavirus zu sehen ist. (Symbolbild)
Foto: Christoph Soeder/dpa

BerlinDer Berliner Senat will das öffentliche Leben der Stadt noch weiter herunterfahren. So soll die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden. Er folgt damit der Einschätzung aller Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin, die sich am Donnerstag bei einem Zusammentreffen im Kanzleramt darin einig waren, dass das Land die Epidemie nur dann gut überstehen könne, „wenn jetzt alle sozialen Kontakte, die nicht zwingend notwendig sind, abgesagt werden müssen“.

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Vor diesem Hintergrund hat Berlin Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Freitagmorgen alle Senatsmitglieder beauftragt, Konzepte und Zeitpläne zu entwickeln. So sollen etwa stufenweise Schulen und Kitas ihren Betrieb einstellen. Den Beginn machen am Montag die Oberstufenzentren (OSZ), die geschlossen bleiben, hieß es aus der Senatskanzlei.

Die Schulen werden ab 17. März bis zum Ende der Osterferien, also bis einschließlich 19. April geschlossen. Aber nicht für alle: In einem Brief der Senatsschulverwaltung an die Schulleitungen heißt es: „Die allgemeinbildenden Schulen werden die Notbetreuung für die Kinder in den Grundstufen 1-6 übernehmen, deren Eltern zu den von der Senatsverwaltung für Gesundheit  definierten Berufsgruppen gehören.“ Welche das sind ist noch nicht bekannt. Schulleiter, Lehrkräfte und pädagogisches Personal haben laut dem Schreiben „bis auf weiteres“ an ihren Dienststellen zu erscheinen. Aus der Senatsschulverwaltung hieß es am Freitagvormittag, dass allgemeinbildende Schulen und Kitas am Dienstag folgen sollen.

Auch die Prüfungen sollen trotz Schulschließungen stattfinden: „Die Durchführung aller Prüfungen ist sicherzustellen. Dies umfasst neben den schriftlichen Prüfungen ausdrücklich auch die mündlichen sowie dezentralen Prüfungen. Die Schülerinnen und Schüler erscheinen zu den Prüfungsterminen in ihrer jeweiligen Schule.“

Auch im öffentlichen Nahverkehr soll es starke Einschränkungen geben, er soll auf ein Mindestmaß reduziert werden. Betroffen ist vor allem der Busvekehr. Der Schienenverkehr soll so weit wie möglich erhalten bleiben.

Von den Maßnahmen ausgenommen ist die sogenannte kritische Infrastruktur. So soll etwa die Versorgung mit Gas, Wasser und Strom in vollem Umfang gewährleistet sein, ebenso der Betrieb von Krankenhäuser, der Feuerwehr und der Polizei.

Diese Maßnahmen sollen vorerst bis zum Ende der Osterferien am 19. April laufen, hieß es.