Berlin - Die Sonne wärmt überhaupt nicht. Aber das ist nicht so schlimm, jedenfalls nicht hier vor dieser Kulisse mitten im Nordosten von Berlin. Die Sonne, die wie ein Ballon am hellblauen Himmel steht, lässt den Schnee auf dem zugefrorenen Weißen See glitzern. Bei jedem Schritt knirscht die dünne Schneeschicht unter den Füßen.

Das Eis auf dem See ist etwa 25 Zentimeter dick. Man kann das gut erkennen und könnte sogar nachmessen – an den Löchern, die die Angler ins Eis geschlagen haben. Eine Gruppe von Russen ist an diesem Vormittag auf das Eis vom Weißen See gekommen, jeder bewacht zwei jeweils handtellergroße Löcher. Schweigend stehen die Männer davor und warten. "Das ist unser Hobby", sagt einer von ihnen leise, seit morgens um acht Uhr sei er schon da, fünf Fische habe er in diesen drei Stunden gefangen. "Langweilig? Überhaupt nicht, das ist spannend." Die Löcher, erzählt der Mann, würden er und seine "Kollegas" mit einem Bohrer ins Eis machen, "das geht schnell". Eigentlich träfen sie sich meist am Wochenende immer zum Eisangeln auf dem See, "aber jetzt hatten wir auch mal am Freitag Zeit."
Zeit hat auch Jana Wanske: Die 44 Jahre alte Lehrerin hat an diesem Tag frei. Sie hat ihre Schlittschuhe angeschnallt und macht sich auf, weit ausladende Runden über das Eis zu laufen. Sie habe als Kind Eisschnelllauf trainiert, noch heute liebe sie das schnelle Fahren auf dem Eis. "Das ist für mich wie beim Joggen." Beim Eislaufen lasse es sich wunderbar meditieren.

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