Berlin - Es sind laut Statistik vor allem Fußgänger und Radfahrer, die im Berliner Straßenverkehr getötet und schwer verletzt werden. Gerade für diese schwächsten Teilnehmer am Straßenverkehr will der Senat die Sicherheit erhöhen. Dazu beschloss die SPD-CDU-Regierung am Dienstag eine Fortschreibung ihres Verkehrssicherheitsprogramms bis 2020. Ziel sei es, die Zahl der im Verkehr getöteten und schwer verletzten Menschen um 30 Prozent im Vergleich zu 2011 zu verringern, sagte Verkehrssenator Michael Müller (SPD).

Die seit 2005 eingeführten Sicherheitsmaßnahmen hätten die Zahl der Verkehrstoten bereits erfreulich von 71 im Jahr 2004 auf 39 im Jahr 2013 gesenkt. Doch seit 2006 stiegen die Zahlen der Verkehrsunfälle insgesamt und die der schwer verletzten Menschen wieder deutlich an.

Registrierte die Polizei 2006 rund 120 600 Unfälle, waren es im Jahr 2012 bereits 130 800. Die Zahl der Schwerverletzten stieg im selben Zeitraum von rund 1900 auf 2050. Mit 17 Fußgängern und 15 Radfahrern gehörten 2012 rund drei Viertel der im Straßenverkehr Getöteten den nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern an. Mehr als die Hälfte der Schwerverletzten (57 Prozent) waren Radfahrer und Fußgänger.

Künftig soll eine zentrale Koordinierungsstelle alle Einzelmaßnahmen in den fünf Handlungsfeldern bündeln, überprüfen und auswerten. Eine Zwischenbilanz werde Ende 2016 gezogen, sagte der Senator. Als einen Schwerpunkt nannte Müller den weiteren Ausbau von Radstreifen auf den Fahrbahnen, weg von den Bürgersteigen. So würden Radfahrer von den Autofahrern besser wahrgenommen und seien besser geschützt. Auch die schulische Verkehrserziehung soll verbessert und ausgebaut werden. Dafür sei auch eine Lehrerfortbildung wichtig. (dpa/bb)