Maskenpflicht in Berlin nun auch In Büro- und Verwaltungsgebäuden.
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BerlinIn Berlin herrschen neue, schärfere Regeln zur Eindämmung der Corona-Epidemie. So dürfen unter freiem Himmel nur noch maximal 50 Menschen zu privaten Feiern oder Veranstaltungen zusammenkommen, in geschlossenen Räumen 25. Davon nicht betroffen sind Veranstaltungen mit professionellem Hygienekonzept. Darüber hinaus muss eine Anwesenheitsliste geführt werden, sobald sich zehn Menschen zu einer Privatveranstaltung treffen. Außerdem gilt die Maskenpflicht jetzt für alle Büro- und Verwaltungsgebäude, insbesondere in Fluren, Aufenthaltsräumen und Aufzügen, nicht jedoch am Arbeitsplatz. Diese Maßnahmen hat der Senat in einer neue Pandemie-Verordnung zusammengefasst, die er am Dienstagabend beschlossen hat. Die Verordnung gilt ab dem Wochenende.

Der Dienstag wurde für die Berliner Landesregierung zur erwarteten Corona-Hängepartie. Der Senat wartete auf die Ergebnisse der sogenannten Kanzlerinnen-Schalte, bei der sich Angela Merkel mit den 16 Ministerpräsidenten besprach.

Am Ende orientierten sich die Berliner vor allem am Vorschlag der Bundesregierung für Obergrenzen bei Feiern. Allerdings mit einer Besonderheit: Während die Regel bundesweit greift, wenn in sieben Tagen 35 oder mehr Positivgetestete auf 100.000 Einwohner gezählt werden, gilt sie in Berlin ab diesem Wochenende, obwohl die 7-Tage-Inzidenz am Dienstag bei 26,4 Neuinfektionen lag. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte den Berliner Sonderweg mit den besonderen Herausforderungen. Berlin spiele zwar keine Sonderrolle – so haben München, Hamburg, Köln oder Frankfurt ähnliche Werte -, „aber große Städte müssen eben besonders hinschauen“, so Müller.

Doch Berlin folgt nicht allen Vorschlägen. So soll es bis auf weiteres keine Ausschankverbote für Alkohol, etwa für Spätis geben. Dabei ist Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) dafür, und auch Regierungschef Müller ließ Sympathien dafür erkennen. Eine Mehrheit fand sich im rot-rot-grünen Senat jedoch nicht. Auch mit ihrem Vorstoß für neue Kontaktbeschränkungen ist Kalayci gescheitert. So sollten sich nur noch maximal fünf Personen aus unterschiedlichen Haushalten oder Angehörige von zwei Haushalten auf der Straße treffen dürfen, sobald die Zahl von 30 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner überschritten wäre.

Die beiden Bürgermeister Klaus Lederer (Linke) und Ramona Pop (Grüne) zeigten sich sichtlich zufrieden auch damit, dass sie diese Verschärfung verhindert haben. „Die Gefahr einer Infektion ist in geschlossenen Räumen viel höher als draußen. Die Leute in die Räume zu treiben, würde es schlimmer machen“, sagte Lederer.