Verspätungen, Ausfälle, zu kurze Züge: Der Berliner Senat hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld einbehalten, weil die S-Bahn nicht die vereinbarte Leistung brachte. Die Summe stieg von 7,5 Millionen Euro im Vorjahr auf 10,3 Millionen Euro, wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg der Deutschen Presse-Agentur nach vorläufigen Zahlen mitteilte. Auch Störungen durch Bauarbeiten sind in der Summe enthalten, die von den jährlichen Zahlungen von insgesamt rund 250 Millionen Euro abgezogen werden.

Die S-Bahn ist seit der großen Krise 2009 dabei, ihren Wagenmangel abzuarbeiten. Damals kürzte der Senat die vereinbarten Zahlungen um bis zu 52 Millionen Euro im Jahr. „Der Großteil der Ausfall- und Verspätungsursachen bei der S-Bahn in den Jahren 2014 und 2015 liegt bei der S-Bahn Berlin GmbH selbst“, schrieb der Senat auch in diesem Jahr in einer Auswertung.

„Häufigste Ursachen in dieser Gruppe waren Störungen an den Fahrzeugen und Personalprobleme“, schrieb Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) im Februar in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen. Hinzu kämen Vandalismus und Notarzteinsätze sowie Störungen an der Leit- und Sicherungstechnik.

Steigende Strafzahlungen bei DB-Regio

Bundesweit hat die Bahn-Sparte DB-Regio mit steigenden Strafzahlungen zu kämpfen. Durchschnittlich behielten die Verkehrsverbünde seit 2013 jährlich etwa 200 Millionen Euro ein, weil die Bahnsparte DB Regio nicht die volle vereinbarte Leistung brachte. „2014 und 2015 waren besonders belastet“, sagte eine Bahnsprecherin, ohne präzise Zahlen zu nennen.

„Wir müssen da besser werden und haben im Rahmen des Programms „Zukunft Bahn“ Maßnahmen dazu ergriffen.“ So will die Bahn Sträucher und Bäume an den Strecken besser zurückschneiden, damit es nach Stürmen weniger Ausfälle gibt. Im vergangenen Jahr entsprach die Höhe der Strafzahlungen (Pönalen) etwa drei Prozent des 7,8-Milliarden-Euro-Umsatzes von DB Regio. Die Sprecherin führte sie auch auf die Streiks der Lokführer und Unwetter zurück. (dpa)