Bereits seit vergangener Woche müssen Flugreisende aus dem Ausland in Berlin in Quarantäne.
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BerlinDie seit einigen Tagen bestehende Quarantäne-Pflicht für Flugreisende wird auf Menschen ausgeweitet, die mit dem Zug oder Auto aus dem Ausland nach Berlin kommen. Der Senat ergänzte die Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus am Donnerstag entsprechend, wie der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) mitteilte. Die Maßnahme geht auf einen Beschluss des Corona-Kabinetts auf Bundesebene zurück und wird auch in den anderen Bundesländern umgesetzt. Seit Donnerstag voriger Woche gilt dies bereits für Fluggäste, die in Tegel oder Schönefeld landen.

Von der Flughafenregelung sind Deutsche und Ausländer betroffen, die dauerhaft in Berlin leben. Sie sollen noch im Flugzeug und auf dem Flughafen von der Bundespolizei darüber informiert werden, dass sie eine 14-tägige häusliche Quarantäne einzuhalten haben. Außerdem müssen sich die Reisenden beim Gesundheitsamt ihres Bezirks melden.

Ausnahmen von der bundesweiten Quarantäne-Pflicht gelten etwa für Diplomaten oder Menschen, die sich aus beruflichen Gründen einreisen wollen. Dazu sollen Bauarbeiter, Pflegekräfte oder auch Erntehelfer gehören, hieß es aus der Gesundheitsverwaltung. 

Die Regelung betrifft auch jene Heimkehrer, die im Rahmen der Rückholaktion nach Deutschland zurückgeflogen werden. Dies sind bislang 212.000 Reisende, teilte das Auswärtige Amt mit. Zehntausende warten noch auf Rückkehr.

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Entspannung im Masken-Streit

Unterdessen hat die Verteilung der rund zwei Millionen Mund-Nase-Masken begonnen, die voriges Wochenende in Berlin eingetroffen sind. Wie es aus der Gesundheitsverwaltung heißt, bekommen Krankenhäuser 1,5 Millionen Masken. 500.000 Stück wurden demnach an stationäre Alten- und Pflegeheime übergeben, 21.000 gingen an die Bundeswehr, namentlich das Bundeswehrkrankenhaus in Mitte.

An anderer Stelle scheint sich die Aufregung um die begehrten Hilfsmittel zu legen. So hat die US-Botschaft am Mittwoch auf die Entschuldigung des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller im Masken-Streit reagiert. Der SPD-Politiker hatte der USA vorgeworfen, „alles andere als solidarisch und verantwortungsvoll“ zu handeln. Angeblich hatten die USA dafür gesorgt, dass eine Lieferung von 200.000 Masken für die Berliner Polizei umgeleitet wurde. Dieses Vorgehen sei „unmenschlich und inakzeptabel“, so Müller. Am Dienstag bedauerte Müller „die Schärfe“, die durch seine Stellungnahmen in die Sache gekommen sei. „Es tut mir leid“, sagte er.

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Am Mittwoch antwortete die US-Botschaft: „Wir nehmen die Entschuldigung des Bürgermeisters zur Kenntnis. Wir bedauern, dass die Vorwürfe, die wir zurückgewiesen haben, zu weiteren Spannungen geführt haben – und das während einer Krise, die wir alle gemeinsam überwinden wollen.“