Flugpassagiere warten auf ihr Gepäck am Gepäckband am Flughafen Tegel. 
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BerlinBerlin muss sich auf einen heißen Corona-Restsommer einstellen, und auch im Herbst oder Winter ist kein Ende der Pandemie in Sicht. Das ist, knapp zusammengefasst, der Ausblick, den Charité-Virologe Christian Drosten vorige Woche den Mitgliedern der Berliner Landesregierung gegeben hat. Fazit des Wissenschaftlers: Es hat sich seit März nichts verändert. Das Virus sei weiterhin aktiv, Impfstoffe oder Medikamente sind noch nicht unmittelbar in Sicht.

Jetzt hat der Senat mit einer konkreten Maßnahme auf die virulente Bedrohung und die aktuelle Situation in der zweiten Hälfte der Sommerferien reagiert. Ab Beginn kommender Woche sollen an den Flughäfen Tegel und Schönefeld Teststellen eingerichtet werden, an denen sich Einreisende aus Risikogebieten im Ausland auf Corona testen lassen können. Auf diese Weise könnten die Einreisenden die eigentlich gesetzlich vorgeschriebene häusliche Quarantäne umgehen. Das Auswärtige Amt schätzt aktuell fast alle Länder außerhalb der EU als Risikogebiete ein. Für Berlin bedeutet das, dass Hunderttausende mit familiären Wurzeln etwa in der Türkei, Serbien oder Russland betroffen sind.

„Wir sind schon seit vergangener Woche im Gespräch mit der Charité und der Flughafengesellschaft und koordinieren aktuell, wie, wo und ab wann wir die Teststellen in Tegel und in Schönefeld installieren“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag. Ziel sei es, „dass wir zu Beginn der kommenden Woche dort Covid-19-Teststellen anbieten können“.

Parallel dazu sollen sich symptomfreie Ein- und Rückreisende aus Risikogebieten mit Wohnsitz in Berlin kostenfrei in den Berliner Vertragsarztpraxen auf Sars-CoV-2 testen lassen können. Darauf haben sich die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin und die Senatsgesundheitsverwaltung am Donnerstag verständigt. Infrage kommen alle Arztpraxen, die dazu bereit sind. Ausgeschlossen sind die 30 Covid-19-Praxen der KV. Diese dienen insbesondere als Anlaufstation für Menschen, die Symptome zeigen und bei denen ein konkreter Verdacht auf Covid-19 besteht. Auch die Teststellen an Krankenhäusern oder in den Bezirken stehen für solche symptomfreie Tests zur Verfügung.

Wie es heißt, sollen sich Einreisende telefonisch bei einer Praxis anmelden. Die Tests sind für die Patienten – unabhängig davon, ob gesetzlich oder privat versichert – kostenfrei. Bei einem positiven Testergebnis teilt die Praxis dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt und der getesteten Person das Ergebnis mit und kümmert sich um die entsprechenden Meldepflichten laut Infektionsschutzgesetz.