Ulrich Hoffmann-Elsässer zittert. Der Berliner Bierbike-Chef schimpft, zetert, seine Stimme bricht, wild gestikulierend versucht er seinen Standpunkt klar zu machen. Der Senat verbietet ihm (quasi) sein Geschäft – es wäre das Ende der Bierbikes.

Bier trinken und in die Pedale treten. Eine Touristenattraktion, vor allem für Engländer und seit neuestem Skandinavier. Wie lange die zumeist männlichen Gruppen den Spaß auf den Straßen von Mitte noch „genießen“ dürfen, ist unklar.

Die „Bigbikes“ (Hoffmann-Elsässer will das Wort „Bier“ nicht im Vordergrund sehen) könnten bald auf dem Trockenen stehen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wies den Widerspruch des Betreibers gegen entsprechende Auflagen des Bezirksamts von Mitte zurück.

Seit zwei Jahren andauernder Streit

Seit rund zwei Jahren tobt der Streit um die rollenden Bierbänke. 2014 hatte der zuständige Stadtrat Carsten Spallek ein Quasi-Verbot ausgesprochen. Historisch wertvolle Orte wie Pariser Platz, Unter den Linden, Friedrichstraße, Alexanderplatz oder Gendarmenmarkt dürften nicht mehr befahren werden, hieß es vom CDU-Politiker. Berliner Autofahrer dankten es ihm.

Hoffmann-Elsässer hatte Widerspruch eingelegt und drei unterschiedlich lange Alternativrouten vorgeschlagen. Eine Schonfrist. Abgeschmettert.

Der Bierbike-Chef, der wie sein Anwalt noch kein offizielles Schreiben im Briefkasten fand, sagte: „Wenn die Verwaltung auf sofortige Vollstreckung pocht, muss ich dichtmachen. Dann verlieren 26 Menschen ihren Job.“