Berlin - An diesem Donnerstag beginnt die Berliner Serienale – ein Festival für Fernseh- und Internetserien. Der Schauspiellehrer Matthias Schott, 44, erklärt, warum die US-Formate so toll und erfolgreich sind, während aus Deutschland selten große Serienkunst kommt.

Herr Schott, sie organisieren Workshops für Schauspieler mit amerikanischen oder englischen Dozenten. Was lernen die Schauspieler dabei?

Schauspieltechniken: Es gibt Grundlagenunterricht zum einen, aber auch methodische Schwerpunkte. Ich habe regelmäßig Dozenten vom Actors Studio in New York zu Gast, einer berühmten Schauspielerwerkstatt, in der Schauspieler ihre Fähigkeiten weiterentwickeln können. Da waren schon Stars wie Marylin Monroe, Al Pacino, Robert De Niro oder Christopher Walken.

Diese Woche beginnt das Festival Serienale. Die US-Produktion „Game of Thrones“ hat gerade mehrere Emmys gewonnen. Warum sind US-Serien so toll, warum sind die meisten deutschen Serienformate so schlecht?

Es gibt auch sicherlich deutsche Serien, die gelungen sind …

Haben Sie ein Beispiel?

„KPD – Kriminaldauerdienst“ fand ich gut, da habe ich wirklich bedauert, dass das abgesetzt wurde. Aber auch die erste Staffel von „Weißensee“ war toll, ebenso wie „Im Angesicht des Verbrechens“ von Dominik Graf mochte ich. Aber ich muss zugeben, dass das Ausnahmen sind.

Was also macht amerikanischen Serien so besonders?

In der Regel werden die fehlenden Finanzen angeführt. Für mich klingt das aber meist wie eine Ausrede. Hier werden vier mittelmäßige Produktionen durchgezogen, wo eine wirklich gute gereicht hätte. Generell sind die Drehbücher oft besser, was aber auch relativ ist. Es sind hauptsächlich die Geschichten.

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