Berlin - Vor 15 Jahren verabschiedete sich die SPD von der Verbeamtung von Lehrern. Nun will sie sie mit aller Kraft zurück – zumindest ein Teil. Denn die Sozialdemokraten sind in dieser Frage tief gespalten, wenn nicht sogar zerstritten.

Man muss die Aufgaben der Lehrer hinterfragen

Dass die Fraktion sich nun mehrheitlich für die Verbeamtung ausgesprochen hat, soll einen Grundstein für den nächsten Landesparteitag legen, auf dem das Thema wieder auf der Agenda steht. Rückblick: Im März einigte man sich nach Stunden hitziger Debatte auf ein entschiedenes „Vielleicht“. Jetzt erhoffen sich die Befürworter offenbar Rückenwind durch das klare Votum in der Fraktion.

Berlins Alleingang fand damals vor dem Hintergrund des Spardiktats unter Wowereit Konsens. Das Argument, dass auch andere Berufsgruppen ebenso berechtigt wären, finanzielle Privilegien durch einen Beamtenstatus genießen zu können, ist stark. Und ob Lehrer wirklich hoheitliche Aufgaben eines Beamten übernehmen, muss man in der Tat grundsätzlich hinterfragen.

Der Weg zur Rückkehr der Verbeamtung ist lang

Doch auf der Gegenseite stehen Argumente, die schwerer wiegen. Berlin leidet unter massiven Lehrermangel, das Loch wurde mit Quer- und Seiteneinsteigern zu stopfen versucht – zum Unmut vieler. Dass Lehrer in Brandenburg, das wie alle anderen Bundesländer seine Lehrkräfte verbeamtet, so viel mehr verdienen und daher aus triftigem Grund abwandern, muss auch die Parteilinken und die Koalitionspartner Grüne und Linke eigentlich zum Umlenken veranlassen. Auch wenn es weh tun mag.

So lange sich die Koalitionspartner hier allerdings sperren, kann auch ein SPD-Parteitagsbeschluss im Oktober kaum etwas ändern. Der Weg bis zur Rückkehr der Beamten ist noch weit.