In den vergangenen Wochen haben bislang unbekannte Täter im Namen und mit dem Briefkopf der Staatsanwaltschaft Berlin gefälschte Haftbefehle an verschiedene Adressaten im Bundesgebiet verschickt. Darin werden die Empfänger aufgefordert, angebliche Geldstrafen in Höhe von mehreren tausend Euro zu bezahlen, um eine Inhaftierung zu vermeiden. Bislang wird in Berlin in vier Fällen ermittelt. Allerdings sind alleine aus dem Großraum Dresden rund ein Dutzend Fälle bekannt.

Die unbekannten Absender bieten ihren Opfern in den gefälschten Haftbefehlen die Möglichkeit, „eine Teilzahlung durchzuführen, in dieser Sie eine Mindestzahlung in Höhe von 6200 Euro tätigen“. Eine Kontonummer ist auf den Schreiben zwar nicht angegeben, dafür aber die Telefonnummer eines angeblichen Sachbearbeiters.

„Es geht den Tätern offenbar darum, dass die Betroffenen diesen angeblichen Sachbearbeiter anrufen. Und für Anrufe auf diese Telefonnummer werden dann deutlich erhöhte Gesprächsgebühren berechnet“, so ein Ermittler.

Ob die Verfasser der Briefe aus Berlin stammen, weiß bislang niemand. Martin Steltner von der Berliner Staatsanwaltschaft stellt jedenfalls klar: „Es sind keine Haftbefehle der Berliner Justiz.“ Empfänger der Schreiben, so Steltner weiter, sollten daher „unverzüglich Kontakt zur nächsten Polizeidienststelle aufnehmen.“