Die Polizei ermittelt wegen eines angeblichen fremdenfeindlichen Überfalls. Wie sie meldet, wurde ein 20-jähriger afghanischer Staatsangehöriger am Sonntagmorgen in Lichterfelde verletzt. Der 20-Jährige habe gegen 5.30 Uhr in Begleitung eines Freundes an der Bushaltestelle Lindenstraße auf einen weiteren Bekannten gewartet. Plötzlich seien vier unbekannte Männer erschienen, die den 20-Jährigen unvermittelt mit fremdenfeindlichen Parolen beschimpft und attackiert hätten. Einer der Täter habe ihn mit einer Glasflasche ins Gesicht geschlagen und verletzt.

Die Unbekannten raubten ihm Handy, Reisepasses und Geld und flüchteten. Der Mann erlitt eine Schnittverletzung im Gesicht und kam in ein Krankenhaus, wo er nach ambulanter Behandlung wieder entlassen wurde.

Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt versucht derweil herauszufinden, was sich im Einzelnen zugetragen hat. Für die Beamten scheint klar: Der 20-Jährige wurde wohl wirklich überfallen. Aber der Hintergrund ist offenbar noch ungewiss. Bisher haben die Polizisten nur die Aussagen des 20-Jährigen. Der Bekannte des Angegriffenen sei bei der Anzeigenaufnahme nicht mehr zugegen gewesen und konnte nicht befragt werden, hieß es. Das Opfer gab eine Personenbeschreibung des angeblichen Haupttäters: Demnach soll er 20 bis 30 Jahre alt gewesen sein, etwa 1,90 Meter groß und schlank. Der Mann soll eine Bomberjacke getragen haben. Widersprüchlich erscheint den Ermittlern unter anderem, dass der Angegriffene, der nur schlecht deutsch spricht, erkannt haben will, dass der Haupttäter einen Berliner Dialekt sprach. Die Ermittlungen dauern an.

Fünf Hakenkreuze an Fassade in Niederschöneweide geschmiert

Keinen Zweifel hat der Staatsschutz dagegen in einem anderem Fall aus Niederschöneweide: Nach Angaben der Polizei beschimpften am Sonntagmorgen drei Unbekannte Mieter eines Wohnhauses mit Parolen wie "Zigeuner raus!". In dem Mietshaus an der Michael-Brückner-Straße wohnen viele Personen mit Migrationshintergrund.

Anwohner alarmierten die Polizei dorthin, weil die drei Männer vor der Haustür stehend laut pöbelten sowie gegen Türen und Fenster schlugen. Als Polizisten eintrafen, waren die Pöbler weg. Allerdings waren laut Polizei mit brauner Farbe fünf etwa 50x50 Zentimeter große Hakenkreuze frisch an die Fassade geschmiert.

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