Berlin - Der junge Mann neben der Haltestelle lässt sich nicht beirren. Nicht von den an- und abfahrenden Bussen, nicht von der abgestandenen Schwüle, die wie eine muffige Decke über dem Kudamm liegt, nicht von den Menschen. Das Megafon in seiner Hand verdeckt fast sein ganzes Gesicht und ist das einzig Auffällige an ihm. Ansonsten: Kurze blonde Haare, Jeans, T-Shirt. Ein junger Mann eben – Mitte, Ende zwanzig.

Ein junger Mann mit Botschaft. Von weitem habe ich sie nicht verstanden, jetzt, aus der Nähe, höre ich „Jesus“ und „Gott“, der Mann predigt. Seine Rede hat nichts Eiferndes, er klingt eher, als spräche er zu sich selbst, wäre da nicht der Verstärker, der die Worte hinausschickt in den frühen Abend. Anders als andere Missionare mit ihren Blättchen und bohrenden Blicken finde ich ihn nicht unsympathisch.

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