BerlinNach 43 Jahren stellt das Berliner Stadtmagazin Zitty seine Print-Ausgabe mit sofortiger Wirkung ein. Wie der Tagesspiegel berichtet, wurden die Mitarbeiter am Montag über die Schritte informiert. Betriebsbedingte Kündigungen der 58 fest angestellten Beschäftigen von Tip und Zitty seien nicht geplant, stattdessen werde man an einigen Stellen auf freie Mitarbeiter verzichten, sagte Robert Rischke, Geschäftsführer der GCM Go City Media GmbH der Zeitung.

Hintergrund der Zitty-Einstellung ist die Corona-Krise. Mit dem Wegfall von Veranstaltungen sei ein Kern der Berichterstattung weggefallen, eigene Veranstaltungen hätten nicht durchgeführt werden können. Auch Anzeigen seien in großem Maße storniert worden, so Rischke.

Eine letzte Zitty-Ausgabe wird es nicht geben. Stattdessen soll im Juli eine gemeinsame Zitty-Tip-Abschlussausgabe entstehen. Vom September an wird dann nur noch die Tip alle 14 Tage erscheinen und einige Kolumnen und Rubriken aus der Zitty übernehmen.

„Zitty ist das erste Opfer von Corona in der Berliner Medienlandschaft“, sagte der Berliner DJV-Vorsitzende Christian Walther. Der Zusammenbruch des Kulturbetriebs, der Einbruch des Anzeigengeschäftes und das Desinteresse der Leser an einem gedruckten Veranstaltungskalender ohne Veranstaltungen haben der Illustrierten die Existenzgrundlage entzogen.

Rischke sagte, man habe alles versucht, um Zitty am Leben zu halten, der Antrag von Soforthilfen sei bis heute „nicht erfolgreich“ gewesen. Dazu sagte DJV-Chef Walther, es sei „erklärungsbedürftig“, dass Berlin dem Verlag bisher keine Soforthilfe gewährt habe.

Zitty wurde 1977 als alternative Publikation von einer Gruppe von 13 jungen und politisch interessierten Blattmachern als selbstverwalteter Betrieb gegründet. Zu den bekannten Rubriken gehörten die Kontaktanzeigen sowie die Satire-Seiten „Berliner Verallgemeinerte“. In den 1990er-Jahren wurden Zitty und Tip von Großverlagen aufgekauft, aber die Auflage ging zurück. Zitty hatte eine Auflage von rund 14.000 Exemplaren (IVW 3. Quartal 2019).