Fegt und kehrt weniger – die Berliner Stadtreinigung.
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BerlinBerlin zählt immer mehr Einwohner und Touristen. Doch Straßen und Gehwege, für die die Berliner Stadtreinigung (BSR) zuständig ist, werden immer weniger  gereinigt. Das geht aus einer Antwort der Senatsumweltverwaltung auf eine bis gestern noch unveröffentlichte parlamentarische Anfrage des FDP-Abgeordneten Marcel Luthe hervor.

Nach Angaben des Unternehmens fegen die rund 2300 Beschäftigten pro Jahr rund 48.000 Tonnen Kehricht zusammen und leeren 24.000 Straßenpapierkörbe, das teilweise mehrmals am Tag. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Arbeitsstunden beim Gehweg- und Straßenkehren immer weiter an und erreichte laut Umweltverwaltung vor vier Jahren mit mehr als 2,57 Millionen Stunden ihren Höhepunkt.

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Erhöhung der Preise

2017 aber gab es laut Verwaltungs-Auflistung einen starken Einbruch um rund 80.000 Mannstunden. Im vergangenen Jahr waren es dann wieder etwas mehr als 2,51 Millionen Stunden. Warum plötzlich weniger gefegt und gekehrt wurde, das will die BSR nicht sagen. „Wir äußern uns nicht zu unveröffentlichten Antworten auf parlamentarische Anfragen“, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag.

In krassem Widerspruch zur geringeren Arbeitsleistung, die die BSR seit 2017  aufbrachte, steht die Einwohnerentwicklung: Seit Anfang jenes Jahres stieg laut Amt für Statistik die Einwohnerzahl Berlins bis Mitte vergangenen Jahres um rund 83.800 auf 3,75 Millionen Menschen. Für eine immer dreckigere Stadt müssen die Berliner allerdings auch immer mehr bezahlen: Zahlte zum Beispiel ein Hausbesitzer einer Einfamilienhaussiedlung im Jahr 2014 noch 75,56 Euro für die niedrigste Reinigungsklasse 4 (die Kehrmaschine kommt einmal pro Woche) so waren es im vergangenen Jahr 82,08 Euro jährlich.

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Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit

Entsprechend summieren sich die Einnahmen der BSR. Nahm sie 2014 allein mit Gebühren für die Straßenreinigung 127 Millionen Euro ein, so waren es im vergangenen Jahr schon 140,5 Millionen. Vor zehn Jahren klingelten bei ihr übrigens „nur“ 116,8 Millionen Euro in der Kasse. Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit gehören zusammen, sodass Marcel Luthe ein generelles Problem ausgemacht hat: In all diesen Bereichen versage der Senat, findet er.

„Trotz erheblich mehr Bürgern und Besuchern wird die Stadt unter Rot-Rot-Grün nicht mehr, sondern sogar weniger gereinigt“, sagt er. „Seit 50 Jahren wissen wir, dass das die Kriminalität begünstigt.“ Übrigens liegt nicht nur „gewöhnlicher“ Dreck auf unseren Straßen herum. Immer öfter sind Anwohner auch zu faul, zum Recyclinghof zu fahren. Sie laden ihren Sperrmüll einfach auf den Straßen ab. Allein in Neukölln musste die BSR im vergangenen Jahr rund 9500 Kubikmeter Sperrmüll einsammeln.