Berlin - Die Spenden für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses sollen vorrangig für die 80 Millionen Euro teure Rekonstruktion der Barockfassaden eingesetzt werden – und nicht zuerst für weitere wünschenswerte Extras. Das hat der Bundestags-Haushaltsausschuss am Mittwochabend auf Antrag von Union und FDP beschlossen, auch SPD und Grünen stimmten dafür.

Der Ausschuss reagiert damit auf Kritik daran, dass zuletzt immer mehr Spenden zweckgebunden für die Rekonstruktion von weiteren Bauteilen des Schlosses gegeben wurden, obwohl die 80 Millionen Euro für die Barockfassade noch gar nicht zusammengekommen sind. Für die „baukulturell bedeutsamen Optionen“, darunter die vollständige Rekonstruktion der Kuppel und der Innenportale, werden zusätzlich 28,5 Millionen Euro aus Spenden benötigt.

Die FDP-Abgeordnete Claudia Winterstein sagte, die Spenden sollten „prioritär“ für die Rekonstruktion der Fassade eingesetzt werden. Es sei notwendig, sich zunächst auf ein Ziel zu konzentrieren. „Es kann nicht sein, dass private Beiträge für kostspielige Extras eingeworben werden, bevor die historische Fassadengestaltung durch die Spenden finanziert ist“, bekräftigte der Grünen-Abgeordnete Sven Christian-Kindler.

Für den Bau des Schlosses werden eine Vielzahl von Geldquellen angezapft. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat die Kostenobergrenze im Jahr 2011 auf 590 Millionen Euro festgesetzt. 478 Millionen Euro davon steuert der Bund bei, 32 Millionen Euro das Land Berlin, 80 Millionen Euro für die Rekonstruktion der Barockfassaden sollen aus Spenden kommen. Ebenso die baukulturell bedeutsamen Optionen im Wert von 28,5 Millionen Euro.

Weitere 2,5 Millionen Euro für die Rekonstruktion des Eckrondells an der Südost-Seite des Schlosses wurden bereits per zweckgebundener Spende gezahlt.

Wie jetzt bekannt wurde, fließen weitere 350.000 Euro in die Herrichtung eines Gotischen Raums des früheren Dominikanerklosters, der neben den freigelegten Schlosskellern an die Geschichte des Ortes erinnern soll. Das Geld soll aus Mitteln der Entwicklungsmaßnahme Hauptstadt Berlin genommen werden.

Etwa zwei Drittel davon kommen vom Bund, der Rest vom Land Berlin. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich damit inzwischen auf gut 621 Millionen Euro. Rund 111 Millionen Euro davon sollen aus Spenden finanziert werden. FDP-Frau Winterstein: „Ich freue mich, dass der Schlossbau jetzt begonnen wird und gehe davon aus, dass der Kostenrahmen eingehalten wird.“