Berlin - Die beiden riesigen weißen Figuren mit den Masken an einer Hauswand nahe dem Schlesischen Tor in Kreuzberg gehören zu den bekannten Wandbildern der Stadt. Geschaffen hat sie 2008 der italienische Street-Art-Künstler Blu, dessen Graffiti Fassaden in aller Welt zieren.

Doch seine Kreuzberger Figuren sind bedroht – nicht nur von der Witterung, sondern vor allem von einem Bauprojekt auf der Cuvrybrache vor der Wand. Dort, wo unlängst ein Hüttendorf von Obdachlosen und Aussteigern abbrannte, will ein Investor ab 2015 bauen: 250 Wohnungen, eine Kita und einen Supermarkt. Mit einer Online-Petition versuchen Anwohner, das Wandbild zu retten, es unter Denkmalschutz stellen zu lassen – und damit das Bauprojekt, das sie für „Luxus“ halten, zu verhindern.

Mehr als 5000 Unterschriften hat der Initiator Jascha Herr mit seiner Petition auf der Plattform change.org gesammelt. „Das Motiv, ein Statement zum Wandel der ehemals geteilten Stadt, ist heute ein Symbol für Berlins Street Art und ein wertvoller Beitrag zur kulturellen Identität der Stadt“, sagt er.

Die Petition richtet sich an das Landesdenkmalamt, den Investor, den Bezirk und die Senatskanzlei. Ob sie erfolgreich sein wird, darf bezweifelt werden. Denn der Investor hat längst Baurecht, erteilt von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die für das Projekt zuständig ist. Dort heißt es, eine Denkmalwürdigkeit müsse im Einzelfall geprüft werden.

Der Wunsch nach Denkmalschutz für Street Art beschäftigt auch das Bezirksparlament in Friedrichshain-Kreuzberg. Im Frühjahr beantragten die Grünen den Schutz für Wandbilder aus Kreuzberger Hausbesetzer-Zeiten. Die Maskenmänner fallen nicht darunter.