Berlin - Seit mehr als zwei Jahren sind die Taxitarife in Berlin stabil. Doch das könnte sich in wenigen Wochen ändern. Im kommenden Januar sollen die Fahrpreise steigen. Damit nicht genug: Auch eine neue Tarifstruktur ist geplant – mit der Folge, dass Berlins Taxifahrer nachts und sonntags mehr Geld verlangen als zu anderen Zeiten. Dagegen soll der heutige Kurzstreckentarif wegfallen. Das alles sieht der Tarifantrag vor, den die Innung des Berliner Taxigewerbes und Taxi Deutschland (TD) vorbereiten. Beide Verbände wollen ihn noch im November bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einreichen. Das teilten sie am Montag auf Anfrage mit.

„In Berlin ist es jahrelang versäumt worden, die Taxifahrpreise regelmäßig der Inflation und den Kostensteigerungen anzupassen. Dadurch ist ein großer Nachholbedarf entstanden“, sagte Stephan Berndt, der Vorsitzende des TD-Landesverbands Berlin. Mit den Preisen werde aber auch die Qualität steigen. Bald könnten die Fahrgäste „Premium-Taxis“ mit zusätzlichen geschulten Fahrern ordern.

Bald kassieren Taxi-Fahrer für alle Wartezeiten

Je länger die Fahrt, desto größer die Preissteigerung. Ein Beispiel: Heute kostet eine 20-Kilometer-Tour, zum Beispiel vom Bahnhof Zoo quer durch Berlin nach Kaulsdorf, 31,40 Euro – von Januar an wären es den Planungen zufolge fast 34 Euro. Wenn die Fahrt zwischen 22 und 6 Uhr oder an einem Sonn- oder Feiertag unternommen würde, stünden sogar etwas mehr als 35 Euro auf der Uhr. Denn die Innung und Taxi Deutschland verlangen, dass es in Berlin wieder einen Nacht- und Sonntagszuschlag gibt – wie dies bis vor zehn Jahren der Fall war.