Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bleiben bei ihrer Forderung. Auch in diesem Jahr sollen die Fahrpreise wieder steigen, bekräftigte das Landesunternehmen. „Wir haben klare Vorstellungen“, sagte Sprecherin Petra Reetz am Montag. „Die BVG braucht eine jährliche Tariferhöhung.“

Wie berichtet lehnen Brandenburger Politiker eine Fahrpreisanhebung in diesem Jahr ab, weil sie die Bürger, die dort im Mai und im September wählen sollen, nicht verärgern möchten. Doch die Berliner BVG-Planer und ihr Aufsichtsratschef, Finanzsenator Ulrich Nußbaum, wollen sich vom Nachbar-Bundesland nicht die Bilanz verhageln lassen. Sie halten an ihren Tarifplänen fest. Schließlich sei alles längst vorbereitet.

Nach Informationen der Berliner Zeitung hat der VBB-Beirat der Verkehrsunternehmen schon im November 2013 beschlossen, dass die Fahrpreise in beiden Bundesländern zum 1. August 2014 steigen – genau ein Jahr nach der vorangegangenen Anhebung. Geplant ist eine Preiserhöhung um durchschnittlich rund 2,6 Prozent.

Notfalls im Berliner Alleingang

Aber anders als gewünscht befasste sich der Aufsichtsrat des Verbunds, in dem außer Berlin auch das Land Brandenburg und die Landkreise vertreten sind, bislang nicht mit der heiklen Materie. Während der Sitzung im Februar war von der Brandenburger Landtagswahl die Rede, die am 14. September ungestört durch Streitthemen über die Bühne gehen solle. So wurde das Thema vertagt, voraussichtlich Anfang Oktober soll der Aufsichtsrat darüber beschließen, hieß es vor zwei Monaten.

Doch dann wäre wahrscheinlich nicht einmal mehr genug Zeit, eine Fahrpreiserhöhung zum 1. Januar 2015 vorzubereiten, so die Berliner. Die Umstellung der Automaten und der Druck von Fahrgastinformationen bräuchten Zeit. Im schlimmsten Fall würden die Tarife erst zum 1. August 2015 angehoben – das sei inakzeptabel.

Dem Vernehmen nach gibt es bei der BVG Ideen, der Forderung mit einem neuen Vorstoß Nachdruck zu verleihen: Wenn Brandenburg die Anhebung weiter blockiere, sollte Berlin einen Alleingang wagen. Ein Konzept sieht vor, dass die Verbundgesellschaft angewiesen wird, für dieses Jahr eine Tariferhöhung vorzubereiten, am Besten zum 1. August. Notfalls müsse sie auch ohne Aufsichtsratsbeschluss damit beginnen, hieß es. Wenn Brandenburg weiterhin keine höheren Tarife wolle, sollten die Fahrpreise nur in Berlin steigen. Dann wäre allerdings ein kräftigerer Aufschlag erforderlich – errechnet wurde eine Steigerung um durchschnittlich 3,3 Prozent.

Es gibt aber Zweifel, ob das möglich ist. Nun soll es erst einmal Gespräche mit dem Verkehrsverbund geben. „Er hat die schwierige Aufgabe, zwischen den Interessen zu vermitteln“, so Reetz. „Wir wollen eine verlässliche Preispolitik.“