Berlin - Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) überdenken ihre Entscheidung, sanierte und neue U-Bahnen nicht mehr mit Polstern, nur noch mit harten Sitzschalen auszustatten. Das teilte das Landesunternehmen am Donnerstag mit. Die Techniker hatten sich für Plastiksitze ausgesprochen, weil diese unempfindlicher sind. „Wir haben jährlich eine Million Euro Schaden durch aufgeschlitzte Polster“, sagte Abteilungsleiter Martin Süß. Zudem bekamen die glatten Kunststoffsitze gute Umfragenoten.

Doch möglicherweise gebe es Lösungen, deren Komfort mit Polstern vergleichbar sind, sagte Verkehrs-Staatssekretär Christian Gaebler (SPD). „Wir sehen die Hartschalen kritisch und freuen uns, dass die BVG nochmals prüft.“

Anfangs sollten die 182 Wagen der Baureihen F 74 bis F 79, die nun für die nächsten 20 Jahre fit gemacht werden, Plastiksitze erhalten. „Doch wir waren mit der gelieferten Qualität unzufrieden“, so Süß. Am Donnerstag stellte BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta die ersten beiden erneuerten U-Bahn-Wagen vor – mit Polstern. Die Sanierung ist mit 77,5 Millionen Euro kalkuliert, 12,5 Millionen steuert der Senat bei.