In der Berliner Verwaltung soll vom Betriebssystem Windows 7 auf das neuere Windows 10 umgestellt werden.
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BerlinDas Land Berlin schafft es einem Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ zufolge nicht, seine IT wie geplant zu modernisieren. Eigentlich sollten die PCs der Berliner Verwaltung und Justiz bereits in den vergangenen Monaten vom Betriebssystem Windows 7 auf das neuere Windows 10 umgestellt werden. Denn ab Mitte Januar beendet Microsoft den kostenlosen Support, Sicherheitslücken werden danach nicht mehr automatisch geschlossen. Dennoch laufe rund ein Drittel der Rechner immer noch mit dem alten Betriebssystem, berichtet die „Zeit“ (Ausgabe 51/2019). Derzeit verhandele das Land mit Microsoft über einen Supportvertrag, der den Schutz über den 14. Januar hinaus garantieren solle.

Wie die Innensenatsverwaltung auf Anfrage mitteilte, gibt es in der Berliner Verwaltung rund 82 000 IT-Arbeitsplätze. Davon nutze gut ein Drittel Windows 7, der größere Teil (62 Prozent) Windows 10 und der Rest Windows 8.1., das ebenfalls ein bereits sicheres System sei. Die interne Zielmarke für die Umstellung war den Angaben zufolge der 30. November. „Die Berliner Verwaltung arbeitet mit Hochdruck daran, bis zum 14. Januar die IT-Arbeitsplätze auf Windows 10 umzustellen.“ Nach der jetzigen Prognose soll das für 85 Prozent der Rechner gelten.

Auch für bis dahin nicht umgestellte Arbeitsplätze solle gewährleistet werden, dass die Berliner Verwaltung umfassend arbeitsfähig bleibe, so die Senatsverwaltung. Zu den Support-Kosten lasse sich noch keine Aussage treffen. Die „Zeit“ berichtete, intern werde mit einer sechsstelligen Summe gerechnet.

Die Berliner Landesverwaltung wird immer öfter zum Ziel von Hackerangriffen. Die Zahl solcher Cyberattacken mit Schadsoftware hat sich nach Angaben des IT Dienstleistungszentrums Berlin (ITDZ) innerhalb von fünf Jahren auf rund sieben Millionen in 2018 verdoppelt. Zuletzt hatten Trojanerangriffe auf das Kammergericht und auf Rechner der Humboldt-Universität für Schlagzeilen gesorgt. Vor allem am Kammergericht waren die Auswirkungen der am 25. September entdeckten Attacke erheblich, die Arbeit der Richter war wochenlang beeinträchtigt.