Man wächst ja mit seinen Aufgaben, daher muss es schon ein Superlativ sein: „Was wir vorhaben, ist die komplexeste Modernisierungsaufgabe, die es zurzeit in Deutschland gibt“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Dienstag zur aktuellen Digitalisierungsstrategie des Berliner Senats. Gemeint ist die einheitliche IT-Ausstattung, Hardware und Software für rund 80.000 Arbeitsplätze in sämtlichen Berliner Behörden, von der Senatskanzlei bis zum Landesforstamt.

Das dauert. Und zwar mindestens „bis zum Ende der nächsten Wahlperiode“, sagte Geisel, also noch acht Jahre. Es gebe rund 300 Fachverfahren und insgesamt Tausende von Dienstleistungen, ob nun Baumfällgenehmigung oder Unterhaltsvorschuss, die in diesem Zeitraum zu digitalisieren seien. Ziel sei es, alle Serviceangebote, bei denen es möglich ist, künftig via Internet anzubieten. Wobei jeder Bürger immer auch noch anrufen und mit einem Stück Papier zum Bürgeramt gehen kann.

Wichtige Dienstleistungen schon 2021 online

Im Mittelpunkt steht künftig das „Service-Konto Berlin“, für das sich jeder Berliner anmelden muss, um „E-Government-Leistungen“ zu nutzen. Zurzeit geht das nur für die Parkraum-Vignette, Kita-Gutscheine und Gewerbeanmeldungen, mit der sogenannten eID-Funktion der neuen Personalausweise, einer Art persönlichem Passwort, sollen schon 2019 weitere Funktionen kommen: der elektronische Wohngeldantrag etwa, ein Portal für Sozialhilfeleistungen und ein Umweltportal mit diversen Angeboten.

Die wichtigsten 100 Dienstleistungen wolle man bis 2021 online anbieten, vom Antrag bis zur Genehmigung. Geisels Resümee zum Stand der Vorbereitungen: „Wir sind gar nicht so schlecht.“