Lange haben die Beschäftigten der landeseigenen Vivantes-Kliniken für einen Tarifvertrag gekämpft. Seit dem 1. Januar ist er in Kraft. Zu lange müssen sie auf dessen Umsetzung warten, stellt die Gewerkschaft Verdi fest, und deshalb übergeben an diesem Mittwochmorgen Vertreterinnen und Vertreter der Belegschaft vor der Konzernzentrale in Reinickendorf eine Petition an Gesundheitssenatorin Ulrike Gote und Finanzsenator Daniel Wesener. Beide Grünen-Politiker werden gegen 8 Uhr zur Aufsichtsratssitzung erwartet.

Es geht um personelle Verstärkungen für Pflegekräfte und Hebammen. Und es geht zudem um die vereinbarte Lohnerhöhung für Mitarbeitende in den Tochterfirmen. „Die wurde bisher nicht ausgezahlt“, sagt Gewerkschaftssekretär Max Manzey. Dadurch liege bei einigen Mitarbeitern das Gehalt unter dem in Berlin geltenden Mindestlohn. Dem widerspricht der Konzern. „Schon vor Abschluss des neuen Tarifvertrags für unsere Tochterunternehmen hat Vivantes den Mindestlohn von 12,50 Euro pro Stunde gezahlt“, sagt Unternehmenssprecher Christoph Lang. Nach Übereinkunft mit dem Betriebsrat würden die neuen Tarife im Mai für einen Teil der Belegschaft und im Juni für alle übrigen Beschäftigten rückwirkend überwiesen.

Pflegekräfte und Hebammen der Vivantes-Häuser beklagen, dass die Besetzungen der Schichten nicht detailliert erfasst würden, was die Konzernleitung damit begründet, dass die erforderliche Software noch nicht vollständig umgestellt sei. Seit diesem Monat werde aber Freizeitausgleich gewährt, erklärt Sprecher Lang. „Die Kolleginnen wollen eine bessere personelle Besetzung“, sagt Gewerkschaftssekretär Manzey.