Berliner Wohnpreisspiegel 2018/2019: Neubau-Mieten in der Hauptstadt bundesweit mit am höchsten

Trotz des anziehenden Wohnungsneubaus in Berlin steigen die Mieten in der Bundeshauptstadt weiter an. Wohnungen mit gutem Wohnwert, die ab 1949 fertiggestellt wurden, verteuerten sich bei der Neuvermietung von 2017 bis zum dritten Quartal 2018 um fünf Prozent auf 10,50 Euro je Quadratmeter Wohnfläche (kalt). Für Neubauten mit gutem Wohnwert kletterten die Mieten beim Abschluss neuer Verträge sogar auf durchschnittlich 14 Euro je Quadratmeter.

Die bis 1948 errichtete Altbauwohnungen, die wegen hoher Räume, Parkettfußböden und Stuck besonders beliebt sind, kosten derzeit im Schnitt rund 10,40 Euro je Quadratmeter. Das geht aus dem am Montag präsentierten Wohnpreisspiegel 2018/2019 des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) hervor.

Mieten in München, Hamburg, Köln und Stuttgart teurer

In vielen anderen Städten Deutschlands zogen die Mieten an, allerdings nicht überall. „Die Zahlen belegen, dass der Mietwohnungsmarkt weiterhin angespannt ist“, sagte IVD-Präsident Jürgen Michael Schick. „Der Wohnungsbau in Deutschland kommt der Nachfrage noch immer nicht hinterher.“

Neubauwohnungen mit gutem Wohnwert sind in Berlin mit 14 Euro je Quadratmeter deutlich teurer als bestehende Wohnungen mit gutem Wohnwert. Im Vergleich der Großstädte sind in diesem Preissegment nur noch München mit 18,70 Euro je Quadratmeter, Hamburg (15,10 Euro), Köln und Stuttgart (je 15 Euro) teurer als Berlin. Dort sind allerdings auch die Einkommen höher.

Frankfurt am Main und Düsseldorf überholt

Berlin hat bei den Neubau-Mieten dagegen schon Städte wie Frankfurt am Main und Düsseldorf überholt. In Frankfurt, Köln und Düsseldorf bleiben die Mieten im Jahr 2018 laut IVD im Vergleich zum Vorjahr konstant. Bei den bestehenden Wohnungen sind die vereinbarten Mieten in Berlin im Vergleich der größten sieben deutschen Städte mit durchschnittlich 10,50 Euro je Quadratmeter dagegen am niedrigsten. IVD-Präsident Schick stellt hierzu allerdings fest:

„Obwohl in Berlin eine strenge Regulierungspolitik auf dem Mietmarkt durchgesetzt wird, wird die Mietsteigerungsrate dort, im Vergleich der Top-7-Städte, nur noch von München übertroffen.“ Setze sich der Trend fort, werde Berlin in diesem Segment wohl bald nicht mehr die günstigste unter den Top-7-Städten sein. Die Zahlen des Wohnpreisspiegels beruhen laut IVD auf den Angaben von bundesweit rund 2000 Marktbeobachtern des Verbandes. Eingeflossen seien die Mietvertragsabschlüsse aus dem zweiten und dritten Quartal 2018.