Berlin - Jonna Breitenhuber hat eine Lösung für ein Problem gefunden, das beim Duschen regelmäßig auftritt: Wohin mit der leeren Shampooflasche? Ein Großteil der Verpackungen von Duschgel & Co. ist noch immer aus Plastik hergestellt, im Durchschnitt verbraucht jeder von uns elf Flaschen Duschgel, zehn Flaschen Shampoo und 3,7 Flaschen Flüssigseife im Jahr. Eine Menge Müll, die sich in Zukunft in Wohlgefallen auflösen könnte.

Jonna Breitenhuber hat an der Berliner Universität der Künste Produktdesign studiert. Im Nebenjob arbeitete die heute 28-Jährige als Designerin für Kosmetikverpackungen. Je schöner die Verpackung, desto hochwertiger erscheint das Produkt, desto mehr Müll fällt an –  diesen Kreislauf will die gebürtige Bayerin durchbrechen. Für ihre Masterarbeit an der UdK begann sie zu recherchieren. „Es gibt kaum eine kunststofffreie Verpackung für flüssige Körperpflegeprodukte“, sagt Breitenhuber. Warum hat bisher niemand in diesem Segment ähnlich viele Ideen umgesetzt, wie es sie in der Lebensmittelbranche längst zuhauf gibt? Essbare Eiswaffeln und Löffel verschwinden nach der Nutzung spurlos, das war auch das Ziel für eine Verpackung für Kosmetikprodukte. „Es gibt viele Ansätze, etwa Verpackung aus Bioplastik, Wachs oder Algen“, sagt Breitenhuber. Doch selbst dann gebe es Reste, die kompostiert oder entsorgt werden müssten.

Nicht so bei ihrer Idee: Eine Verpackung aus Seife, die sich nach der Nutzung selbst noch als Wasch- oder Putzmittel nutzen lässt, ist auch für die Umwelt eine saubere Lösung.

Sabine Gudath 
Mit ihren Soapbottles gewann Jonna Breitenhuber den Bundespreis für Eco Design und den Green Concept Award.

Jonna Breitenhuber lernte, selbst Seife herzustellen, experimentierte mit verschiedenen Zutaten. Sie kontaktierte Chemiker, um zu erfahren, wie sie Seife noch härter machen kann, mixte schließlich aus Wasser, Kernseifenspänen und Öl eine Art Ton. Am Ende der Entwicklungsarbeit stand ein Seifengemisch, welches, in Silikonformen gegossen und ausgehärtet, eine stabile Verpackung darstellt.

Soapbottles/Stella Maris
Farben und Formen können so vielfältig sein wie die flüssigen Inhalte.

In den Hohlkörper können dann über ein Loch im Boden, das später wieder versiegelt wird, Shampoo, Duschgel oder Flüssigseife eingefüllt werden. Zum Öffnen schneidet man an einer Ecke ein Loch in die Flasche, an einer Schnur lässt sich das Ganze in der Dusche aufhängen. So trocknet die Seife schnell und rutscht, wenn sie nass wird, nicht aus der Hand.

Bisher gibt es die Soapbottle noch nicht in Läden zu kaufen. Breitenhuber arbeitet mit dem Amsterdamer Unternehmen Marie-Stella-Maris zusammen, das Mineralwasser, Pflegeprodukte und Raumdüfte anbietet. In einer Kickstarter-Kampagne haben sie für den ersten Schritt in Richtung Ladenregal ein Startkapital von 125.000 Euro eingesammelt, die Geldgeber erhalten dafür die ersten Soapbottles mit Duschgel. 

Soapbottles/Stella Maris
Wenn die Verpackung leer ist, lässt sie sich kleinraspeln und weiterverwenden. Sie verschwindet ohne Rückstände. 

„Wir sind gerade dabei, eine Produktion aufzubauen, im nächsten Mai sollen die ersten Soapbottles ausgeliefert werden.“ Die Nachfrage für das neuartige Produkt sei besonders in Unverpacktläden und in kleineren Läden, die auf Nachhaltigkeit setzen, schon jetzt groß. „Es gab Anfragen aus der ganzen Welt“, freut sich Jonna Breitenhuber.

www.kickstarter.com/projects/soapbottle

www.projectsoapbottle.com