Berlin - Warum sollte man diese Frau umbringen? Eine verletzlich wirkende ältere Dame? Sechs Millionen Juden hat die deutsche Vernichtungsmaschine zermahlen. Die meisten Gesichter und Namen der im Holocaust Ermordeten sind inzwischen bekannt. Individuelles Gedenken ist möglich – an Verlorene wie Agathe Lasch. Eine „Gelehrtin“.

Das letzte bekannte Foto von Fräulein Professor Dr. Agathe Lasch stammt vom Oktober 1930. Es zeigt eine zierliche Person von 51 Jahren mit hochgeschlossenem dunklen Kleid und zum Dutt gefasstem Haar aufrecht am Schreibtisch sitzend. An den Wänden des Arbeitszimmers türmen sich Zettelkästen und Bücher. Sie war die erste Frau in Deutschland, die als Germanistikprofessorin in Deutschland forschen, lehren und dafür Gehalt beziehen durfte. 1928 hatte sie ihr bekanntestes Werk publiziert: „Berlinisch. Eine berlinische Sprachgeschichte“, die erste große wissenschaftliche Untersuchung des Hauptstadtdialekts.

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