Beim Ranking wurden verschiedene Angebote untersucht.
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Berlin - In Berlins Ämtern läuft nichts wirklich gut? Von wegen. Nach einer jetzt vorgelegten Studie mit dem Titel „Servicefreundliche Stadt – Ranking der 100 größten Städte“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln belegt Berlin den ersten Platz. Im Auftrag des Eigentümerverbands Haus & Grund untersuchte das IW die digitalen Angebote der Behörden in den 100 größten deutschen Städten.

„Viele Kommunen haben bei der Digitalisierung ihres Dienstleistungs- und Informationsangebots bereits viel erreicht. Insgesamt ist das Niveau aber nicht zufriedenstellend.“ So fasste Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke am Mittwoch die Ergebnisse der Studie zusammen. Berlin landet mit 71,6 von möglichen 100 Punkten auf Platz 1. Von den Großstädten folgen München auf Platz 4, Köln auf Platz 10, Stuttgart auf 16, Düsseldorf auf 33, Hamburg auf 39 und Frankfurt am Main auf Platz 68. Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam landet mit 55,1 Punkten auf Platz 37.

In den meisten Themenbereichen vordere Platzierung

Beim Ranking wurden verschiedene Angebote untersucht, darunter die digitale Beantragung von Sozialleistungen oder behördliche Genehmigungsprozesse. Berücksichtigt wurden ferner kommunale Informationen, etwa zu Bildungs- und Kinderbetreuungsangeboten.

Berlin erreicht in vier von sechs Themenbereichen eine Platzierung auf den vorderen Rängen – bei den Themen „Mobilität“ und „Unternehmerservice“ kommt die Bundeshauptstadt sogar jeweils auf den Spitzenplatz. Laut Studie ist Schwerin hervorzuheben, die als kleinere Großstadt knapp hinter Berlin auf Platz zwei der servicefreundlichsten Städte kommt. Die ersten zehn Plätze, auf denen neben den Großstädten Berlin, München und Köln auch kleinere Städte wie Worms und Würzburg zu finden sind, verdeutlichen laut IW, dass der Digitalisierungsgrad in den deutschen Kommunen sehr unterschiedlich ist. In der Gesamtsicht zeige sich aber eine Tendenz für ein höheres digitales Informations- und Dienstleistungsangebot der Behörden in den einwohnerstärkeren Städten.

Schlusslicht ist Gera

Die letzten zehn Plätze besetzen mit Ausnahme der Stadt Chemnitz ausschließlich Kommunen mit einer maximalen Einwohnergröße von 150.000 Personen. Schlusslicht ist die Stadt Gera mit 33,1 Punkten.

Die besonders servicefreundlichen Städte haben laut der Studie digitale Angebote über viele Ämter, Fachbereiche und Dezernate entwickelt.

Maßgeblich für die Servicefreundlichkeit einer Kommune ist nach der Studie, dass die digitalen Behördengänge einfach und schnell auffindbar sind und transparent dargestellt werden. „Gerade in der technischen und gestalterischen Umsetzung offenbaren sich allerdings Defizite“, stellen die Verfasser der Untersuchung fest. Allen voran zeigten sich „umfassende Entwicklungsbedarfe“ bei der Logik und Gestaltung der Menüführung der kommunalen Internetauftritte. Nicht intuitive oder unnötig aufgeladene Menüführungen führten dazu, dass Informationen und Dienstleistungen nicht oder zu häufig nur nach intensiver Suche aufgefunden werden.