Ein übervoller Mülleimer in der Hasenheide: Ein Park-Knigge soll dafür sorgen, dass die Grünanlage nicht zur Abfalldeponie verkommt.
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BerlinFast jedes Wochenende werden bei schönem Wetter in den Berliner Parks Partys gefeiert oder Picknicks veranstaltet. Zurück bleiben Unmengen von leeren Flaschen, Lebensmittelverpackungen und Zigarettenkippen. Damit die grünen Oasen in der Hauptstadt nicht weiter zu Müllhalden verkommen, bringt die Initiative „wirBerlin“ den ersten Park-Knigge heraus. Gestartet wird damit jetzt in der Neuköllner Hasenheide.

Schon auf dem Deckblatt des Flyers machen die Initiatoren des Park-Knigges klar, worum es darin eigentlich geht. „Hilf mit, die Vermüllung zu stoppen! Engagiere dich für dein Umfeld“, lautet die Kernbotschaft, die Berliner und Touristen beim künftigen Besuch eines Parks dafür sensibilisieren sollen, beim Verlassen der Grünanlagen nicht achtlos ihren Müll in die Natur zu werfen.

Acht Regeln sind im Knigge zu finden. Verfasst wurden sie in sechs Sprachen, neben Deutsch etwa Englisch, Polnisch, Arabisch und Türkisch. „Kleine Reste gehören in den Mülleimer und nicht in die Natur“, heißt eine Regel. Eine weitere macht darauf aufmerksam, dass man bei vollen Mülleimern eben den Müll bis zum nächsten leeren trägt, ihn dort hineinwirft, oder den Abfall nach Hause mitnimmt.

Einige Regeln sind im Knigge auch Hinweise. „Grillen in Berliner Parks und auf Grünflächen ist verboten!“, ist dort zu lesen. Oder dass das Recycling von Papier, Glas oder Plastik wertvoll und wichtig ist. „Alles muss in die richtige Tonne!“, heißt eine weitere Park-Benimmregel. Genauso, dass weggeworfene Kippen und Kronkorken Schadstoffe beinhalten, die „giftig und gefährlich sind“, wenn sie ins Erdreich gelangen und darum „in den Müll oder in einen eigenen Aschenbecher“ gehören.

„Wir wollen nicht den Zeigefinger gegen die Park-Besucher erheben“, sagt Sebastian Weise (39), einer der Initiatoren von „wirBerlin“. „Unsere Idee hinter dem Knigge ist, darauf hinzuweisen, dass es eigentlich jeder schön findet, wenn er einen sauberen Park vorfindet, in dem er seine Freizeit verbringen will und darum den Ort auch wieder sauber verlassen sollte.“

Berlin sauber halten

Hinter „wirBerlin“ verbirgt sich eine Initiative, die seit etwa zehn Jahren mit Aktionen für bürgerliches Engagement wirbt, das Stadtbild Berlins sauber zu halten. Dazu gehört etwa der jährlich im September stattfindende Aufräumtag „World Cleanup Day“. Ins Leben gerufen wurde die Initiative von Beate Ernst, der Frau des früheren Berliner Wirtschaftsstaatssekretärs und ehemaligen Berliner-Wasserbetriebe-Managers Dieter Ernst (CDU), der als Geschäftsführer die Organisation leitet.

5000 Knigge-Flyer werden seit Mittwoch von der Initiative in der Hasenheide verteilt. Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) begrüßt die Aktion. „Achtlos weggeworfener oder sogar illegal entsorgter Müll sind für Neukölln, aber auch berlinweit ein riesiges Problem“, sagt er. Allein in seinem Bezirk fallen derzeit wöchentlich 150 Kubikmeter Abfall in Grünanlagen und auf Spielplätzen an. Doppelt so viel wie im Vorjahr, so das Grünflächenamt. In der Hasenheide müsse man schon dreimal pro Woche Müll beseitigen.

Ziel von „wirBerlin“ ist es, den Knigge auch in anderen Bezirken zu etablieren und ihn später auf Info-Tafeln in den Parks anzubringen. „Das Interesse an dem Projekt ist groß“, sagt Weise.