Karsten Homrighausen (l.), Leiter der Berliner Feuerwehr und Landesbranddirektor, spricht mit Innensenator Andreas Geisel (SPD) über die neue Drohne, die vor ihnen schwebt.
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BerlinWenn die Feuerwehr ihre Einsatzorte erreicht, ist nicht immer sofort klar, was zu tun ist. Als zum Beispiel im Mai in Tegel drei große Lagerhallen brannten, standen 10.000 Quadratmeter Dachfläche in Flammen. Über Stunden waren 300 Feuerwehrleute im Einsatz, die auch Stunden nach dem Brand noch Glutnester suchten. Um sich künftig in solchen Lagen einen besseren Überblick zu verschaffen, wird Berlins Feuerwehr nun Drohnen einsetzen. Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Landesbranddirektor Karsten Homrighausen präsentierten an diesem Donnerstag die neue Technik, deren Probebetrieb noch am selben Tag begann.

Feuerwehrchef Homrighausen lobte die „zukunftsweisende Technik“ als wichtige einsatztaktische Unterstützung. „Bei komplexen Lagen wie Waldbränden, Überschwemmungen oder Großschadenereignissen eröffnet sie uns eine neue Perspektive: die Vogelperspektive.“

Per Luftaufnahmen wollen die Feuerwehrleute mit den 32 Zentimeter langen und 24 Zentimeter breiten Drohnen vor allem unübersichtliche Einsatzstellen erkunden. Die Fluggeräte verfügen unter anderem über Wärmebildkameras, mit denen Brandherde und Glutnester aufgespürt werden sollen.

Mit den Drohnen können auch vermisste Personen im offenen Gelände gesucht und geortet werden. Die Drohnen übermitteln dann die entsprechenden GPS-Daten. Über einen hundert Dezibel lauten Lautsprecher, der optional an die Geräte gebaut werden kann, können auch Warnungen oder Mitteilungen an Menschen gerichtet werden, die sich in einem Gefahrengebiet aufhalten.

Die Drohne, die die Berliner Feuerwehr jetzt einsetzt.
Foto: Feuerwehr

Angefordert werden können die Drohnen von den jeweiligen Feuerwehr-Einsatzleitern. Sie werden standardmäßig auf Führungsfahrzeugen mitgeführt, in die die Bilder übertragen werden. Drei Geräte können gleichzeitig im Einsatz sein. Eine vierte Drohne ist für die Ausbildung vorgesehen.

„Dort, wo das menschliche Auge ohne Gefahr nicht mehr hinkommt, soll das technische Auge helfen, Leben zu retten“, sagte Innensenator Geisel bei der Vorstellung der Geräte. „Drohnen eröffnen der Feuerwehr neue Perspektiven für ihre Arbeit.“ Eine moderne Hauptstadt-Feuerwehr benötige moderne Einsatzmittel.

Über die Anschaffungskosten der Drohnen macht die Feuerwehr keine Angaben. Sie verrät auch nichts über den Hersteller der Geräte. Denn die Behörde will konkurrierende Hersteller nicht verärgern.

Allerdings sind die Geräte beschriftet. Es handelt sich um eine rund 2900 Euro teure Drohne des Typs Mavic II Enterprise des Herstellers DJI. Das Unternehmen hat seinen Sitz im chinesischen Shenzhen. Die Drohne wird unter anderem von Feuerwehren und Zivilschutzbehörden, aber auch in der Industrie eingesetzt. Die Geräte können nach Angaben des Herstellers 90 Minuten in der Luft bleiben und bringen es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 72 Kilometern pro Stunde.